[Rezension] 11 Minuten von Paulo Coelho

Ich habe jetzt die ersten 50 Seiten von „11 Minuten“ gelesen und wollte meine erste Meinung dazu abgeben…
Ich bin doch am Anfang hin und her gerissen ob es mir gefällt oder nicht…
Einerseits finde ich die Meinung von Maria echt gut, nach ihren ganzen Erfahrungen, die sie gemacht hat – das sie die Liebe, Liebe sein lässt und keine Liebe mehr empfinden will, da es so oft keiner mit ihr Ehrlich gemeint hat-… andererseits gehts mir langsam auf die Nerven, weil fast auf jeder 2. Seite Argumente wiederholt werden…wie z.B. ob sie mit dem Geld, was sie verdient nach Hause fliegen soll, oder ob sie noch bleibt… all diese Sachen werden 100x hin und her überlegt und abgewogen.
Ich lass mich einfach überraschen, in wie weit Marias „Job“ als Prostituierte sich entwickelt… und ob Maria sich weiterhin so distanziert von der Liebe.

Doch eins kann ich schon sagen, ich finde es sehr gut, dass Maria alles ausprobieren möchte aus Angst, dass sie etwas im Leben verpassen könnte oder es sogar bereuen würde!!
Mal sehen wie es weiter geht…

04.01.2009

Gestern fiel mir ein ganz toller Satz in die Augen…den musste ich sofort unterstreichen und jetzt auch hier aufschreiben:

„Ich bin kein Körper mit einer Seele, ich bin eine Seele, die einen sichtbaren Teil besitzt, der Körper heißt.“ (Seite 85, Zeile 2f.)

Da ich dazu angehalten wurde zu diesem Satz auch was zu schreiben, werde ich das mal tun^^
Gut man kann sicherlich viele verschiedene Sichten auf diesen Satz haben, aber ich sehe das so:
Sie, die Seele, sieht sich in ihrem Körper gefangen, in ihrer eigenen Schönheit und auch in ihrem Profit. Sie will würde am liebsten daraus fliehen und frei sein, voll all ihren Schmerzen, die ihr zugefügt wurden, all ihre Enttäuschungen. Ich denke, ihr würde ein anderer Körper besser gefallen, wo sie nicht mehr gefangen ist und auch Liebe empfangen kann und nicht nur das Lustobjekt ist. Ihr Körper ist nur Mittel zum Zweck, damit sie nicht arm sterben muss.
Doch eigentlich sehnt sie sich nach der großen Liebe. Nach dem Mann mit dem Bleistift.

Jetzt ist Maria schon eine „richtige“ Prostituierte, jedoch war sie damit nicht so richtig zu frieden, sie sieht zwar den großen Vorteil, in kurzer Zeit an viel Geld zu gelangen, doch will sie trotzdem nach Hause… doch dort würde sie als Französischlehrerin (wie sie es sich ausmalt) nicht mehr verdienen… Sondern viel, viel weniger als jetzt.

Doch liegt das wirklich am Geld, dass sie sich nicht zu 100% dafür entscheiden kann nach Hause, nach Brasilien zu fahren?? Oder liegt das nicht vielleicht daran das sie in Europa doch ihre große Liebe finden könnte…???
Doch durch die Prostitution wird sie sicherlich nicht ihrer große Liebe finden… diese Männer sind sicherlich nicht für eine vernünftige und treue Beziehung fähig, denn die meisten ihrer Freier betrügen mit Maria ihre Frauen.

In 90 Tagen will sie zurück fliegen nach Brasilien… wird sie machen oder wird sie doch wieder einen Rückzieher machen und in Genf bleiben??

06.01.2009

Bei der Hälfte des Buches bin ich jetzt nach einer kurzen Pause angelangt!! :o)
Und es gefällt mir wirklich… all meine negativen Gedanken zu diesem Buch sind wie weggeblasen! Maria auf dem Weg zu begleiten und zu erfahren was wahre Liebe wirklich ist macht Spaß und auch wenn sie erst 24 Jahre alt ist, sind ihre Schlussfolgerungen aus ihren Erlebnissen sehr weise.

„Mein ganzes Leben lang habe ich unter Liebe eine Art selbstgewählter Sklaverei verstanden. Ich habe mich getäuscht: Freiheit gibt es nur dort, wo Liebe ist. Wer sich vollkommen hingibt, wer sich frei fühlt, liebt am meisten.“ (Seite 101, Zeile 8-11)

Ich kann Marias Gedanken vollkommen nachempfinden, denn nur wenn du liebst und dem anderen vollkommen vertraust bist du frei und auch der andere. Denn Eifersucht treibt die Beziehung in eine Sklaverei, wie sie Maria bezeichnet, sie macht die Beziehung brüchig und unbrauchbar. Beide Partner fühlen sich eingezwängt, der eine, weil er keine Freiheiten hat, der andere, weil er sich betrogen fühlt und nicht recht weiß, wie er seine Gefühle ordnen kann und er durcheinander ist. Doch nur, wer sich 100%ig vertrauen kann und die Freiheit akzeptieren kann, kann auch wahre Liebe spüren!

„Heute bin ich überzeugt, dass man niemanden verlieren kann, ganz einfach weil man niemanden besitzt.“ (Seite 101, Zeile 23-25)

Wie recht sie doch hat… Niemand ist das Eigentum von irgendjemanden, wir alle sind Individuen, die für sich selbst stehen, die eine eigene Meinung haben und sie auch offen darlegen können. Wir können frei entscheiden, wie wir aussehen wollen, mit wem wir eine Beziehung eingehen wollen und auch in welchen Land wir leben wollen.
Auch wenn man glaubt jemanden verloren zu haben, so haben wir nur die Anwesenheit des anderen in unserem Leben verloren. An diese Anwesenheit des anderen hat man sich so sehr gewöhnt, dass man glaubt das etwas fehlt und es somit glaubt es verloren zu haben.

Maria, hat jetzt einen neuen Mann in einem Café kennengelernt, Ralf Hart. Ralf ist ein sehr berühmter Maler, der in der ganzen Welt ein großes Ansehen besitzt und in jeder Galerie sich seine Bilder befinden.
Er vermisst Maria, obwohl sie sich erst einen Tag kennen. Er vermisst sie so sehr, dass er ihr bis in ihr Bordell folgt und sich sogar als Freier für sie anbietet, nur um ihr Nahe zu sein.
Er bezahlt sie sogar für eine ganze Nacht, obwohl nur 45min. pro Freier zustehen. Sie verbringen aber nicht die Nacht zusammen, sie unterhalten sich und jeder gibt dem anderen ein Geschenk, als Zeichen, dass sich sich wirklich wichtig sind, da auch Maria die ganze Zeit nur an Ralf denken kann, obwohl sie es nicht zulassen möchte.
Doch gibt es ein Wiedersehen? Maria möchte Ralf nach dieser Nacht erstmal nicht wieder so schnell sehen, da sie erkennen möchte, ob diese Gefühle auch wirklich anhalten und sie ihn auch wirklich vermisst bzw. ob er sie auch wirklich so vermisst, wie er es vorgibt!?

Ich finde, das ist eine sehr kluge Entscheidung von Maria, denn nur so kann man wirklich erfahren, ob man wahre Liebe empfinden kann, ob sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen hat, sich in ihn zu verlieben, wird sich zeigen…
Doch irgendwie freu ich mich für Maria, das sie sich endlich verliebt hat, nachdem sie sich sooooo lange dagegen gesträubt hat, denn wenn er wirklich ein aufrichtiger Mann ist und sie wirklich liebt, dann merkt sie wie schön Liebe doch sein kann, das sie lange andauern kann und das man Glück empfindet.

Ich bin schon sehr gespannend, wie es weiter gehen wird…und werde deswegen gleich mal weiter lesen^^
Und ich werde endlich erfahren wie es mit Maria und Ralf weitergeht! :o)

10.01.2009

Ich bin leider immer noch nicht fertig mit diesem wirklich dünnen Buch… aber leider habe ich auch nicht so viel Zeit… (Sind aber auch nur noch 80 Seiten^^)
SO: also mit Ralf geht es leider gar nicht so 100%ig weiter… sie merkt, dass sie ihn vermisst und das sie sich wünscht, dass die Freier, die den Nachtclub betreten Ralf wären, doch das sind sie nicht. Aber er hält sich ja nur an ihrer Forderung… Das kann man jetzt wieder als Frauenlogik bezeichnen… Sie sagen, dass sie in Rueh gelassen werden wollen, aber eigentlich wollen sie, dass man zu ihnen kommt und sie begehrt und sie nicht in Ruhe lässt… So sind WIR halt ;o)

Jedoch gibt es einen anderen Freier, der ihr jetzt den Kopf verdreht… aber nicht so wie Ralf, den sie glaubt zu lieben, sondern in Hinsicht auf eine Variante des Sex, nämlich den Sadomasochismus. Nach der Nacht mit Terence (dem neuen Freier), schreibt sie in ihr Tagebuch:

„Als ich nichts zu verlieren hatte, hatte ich alles. Als ich aufhört die zu sein, die ich war, habe ich mich selbst gefunden.“ (Seite 204, Zeile 3ff)

Sie beschreibt mit diesem kurzen Satz die Nacht mit Terence, wie sie sie erlebt hat. Er hat sie gedemütigt, hat schmerzen erfahren und doch hat sie sich frei gefühlt, sie hatte endlich das was sie sich immer wünscht: Freiheit („sie hatte alles“). Sie hatte das Gefühl endlich das gefunden zu haben, nach was sie soooo lange gesucht hat. Und durch diese Variante des Sexes hat sie das gefunden, was sie suchte: sich selbst!

Ich kann dieser Beschreibung von Maria leider nicht ganz folgen, jedoch „freut“ es mich für sie, dass sie endlich sich selbst gefunden hat.
Doch mir stellt sich die Frage, ist es auch das was man braucht zu Leben… Ist nicht auch die Nähe von einemMenschen wichtig, den man liebt und der einen auch liebt. Das einem Schmerzen zugefügt werden, nur damit man sich frei fühlt, das ist doch nicht der Sinn, oder??

Ich kann leider die Gefühle von Maria nicht wirklich einordnen und hoffe das sie Ralf nimmt, der so vorsichtig mit ihr umgeht und ihr zeigt, dass sie ihm wichtig ist und er sie auch nie verletzen will!!
Ich würde sagen, dass er der richtige ist, der ihr auch das Gefühl von Freiheit vermitteln kann, jedoch auf eine andere Art und Weise wie sie es bei Terence kennengelernt hat.
Zu Terence muss noch gesagt werden, dass er verheiratet ist, seine Frau sehr liebt, sie weiß, dass er sich eine Prostituierte nimmt, damit er auch auf Geschäftsreisen seinen Spaß haben kann und sie (seine Frau) diesen Sadomasochismus auch mit ihm macht.

Ich habe nur etwas Ansgt, dass sie jetzt auf einen Mann wartet, der mit ihr auch diese Fantasien ausleben kann…. wir werden sehen…

11.01.2009

Jetzt habe ich das Buch zu Ende gelesen und es hat mir echt gut gefallen!! :o)
Sie hat endlich ihren Mann fürs Leben gefunden und ist für die Liebe ein großes Risiko eingegangen und in Paris geblieben.
Der Schluss sehr, sehr romantisch und ich habe sogar etwas Gänsehaut bekommen… :o)
Ich habe schon genug von dem Buch verraten… aber das Ende dieses Buches, der anderen die ich noch lesen werde, werde ich nicht preisgeben… ;o)
Wer mehr wissen will, kann mich fragen… oder sollte das Buch einfach selber lesen! ;o)

Fazit:

Dieses Buch ist ein Traum, es zeigt wie viele unterschiedliche Arten der Liebe es gibt und wie Menschen damit umgehen. Und es zeigt wie sehr man einen Menschen vertrauen MUSS, damit man auch wahre Liebe spüren kann.
Dieses Buch regt zum Nachdenken über die Männer, über die Frauen und ihre Zusammengehörigkeit an.
Es ist ein sehr gelungenes Buch und hat mich überzeugt, dass ich noch viele Bücher von Paulo Coelho lesen möchte!!!

Das Buch bekommt von mir:

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anonymous sagt:

    anne ist die größte !!!!!!!!

  2. Anonymous sagt:

    Hallo Prinzessin,Psychologen würden Maria wahrscheinlich sagen, Maria solle sich Liebe nicht verschließen, da dieser Mangel sie auf Dauer depressiv machen könnte. Ich kann leider nicht so richtig nachvollziehen warum dir die Hin-und Herüberlegerei nicht zusagt, da hier doch deutlich wird, dass sie auf der einen Seite Liebe braucht. Auf der anderen Seite zwingen sie die schlechten Erfahrungen in ein Dilemma. Mir ist auch aufgefallen, dass du die Möglichkeit noch viel schlechterer Erfahrungen ausschließt die Maria machen könnte, wenn sie sich auf alles einlässt und nichts verpassen will. Ich kann nicht so recht nachvollziehen wieso du sagst, dass Geld den Menschen verdirbt. Jeder muss schließlich irgendwie überleben und das Geld scheint ihr im Moment wichtiger zu sein. Ich würde daher nicht sagen, dass es sie verdirbt, schließlich würde sie nach wie vor gerne Lehrerin werden.Französisch lernt sie ja zur Zeit ohnehin schon^^(sry den konnt ich mir nicht verkneifen). Schade, dass du deine Gedanken zu dem Zitat nicht näher ausgeführt hast, da es meiner Ansicht widerspricht und ich gerne andere Meinungen gehört hätte. Insgesamt gefällt mir dein Artikel aber bis jetzt sehr gut, weil vor allem deine eigenen Ansichten darin klar werden also mach weiter so und noch viel Spaß beim Lesen!

  3. Anonymous sagt:

    Hiho Prinzesschen,Dein neuer Eintrag gefällt mir wirklich gut! (vielleicht liegt es daran, dass ich auch größtenteis deiner Meinung bin). Außerdem wird deine Meinung auch viel deutlicher als im ersten Beitrag. Mir hat der Teil mit der Freiheit am besten gefallen! Mir gefällt Ralf aber nicht ! Ich will den Jungen mit dem Bleistift ^^ und bis der da ist, werde ich sehnsüchtig auf deine neuen Beiträge warten :Dlg der „Meisterdieb“

  4. Anonymous sagt:

    Hallo liebe Prinzessin,also das mit dem Sadomasochismus verwirrt mich jetzt total .. auf eine anregende Art und Weise ^^. Ich verstehe die Sache mit dem frei sein übrigens auch nicht und habe irgendwie das Gefühl, der Autor auch nicht 😀 Jedenfalls freut es mich, dass sie zum Schluss doch noch ihre wahre Liebe findet. Du musst mir unbedingt noch erzählen wie die genau aussieht. Ich schätze mal Ralf muss sich ab sofort in ein Lederkostüm zwingen.Ansonsten has du die neuen Beiträge wieder vernünftig und nachvollziehbar geschrieben.Tja, mehr bleibt wohl nicht zu sagen. Halt mich auf dem laufenden über das nächste Buch 😉 – bis dahinlgDer Seelenlose Roboter

  5. Bücherphilosophin sagt:

    Genial! Ich bin ja sowieso ganz verschossen in die Romane von Coelho. Da schütteln Verwandte und Freunde oft nur mit dem Kopf – zu esoterisch – aber um mich ist es einfach geschehen und ich höre nicht hin.
    Elf Minuten kenne ich noch gar nicht. Das wird sich jetzt aber ändern.
    Seit Deiner Lektüre sind mittlerweile Jahre vergangen. Hast Du denn seitdem weitere Coelho Romane gelesen? Und waren sie ähnlich gut wie Elf Minuten?

    Jetzt mal was ganz anderes… Deine erste Rezension beeindruckt mich regelrecht. Ich glaube meine erste Rezi hat knapp 100 Wörter und enthält den Ausruf „Ich will mehr Zombies!“ (Es ist die Rezension zu Stolz und Vorurteil und Zombies)
    Ich hab Monate gebraucht, bis ich soweit war, dass ich längere Rezis schreiben konnte. Daher alle Achtung! Deine Rezis lese ich immer wieder gerne, und diese hier ganz besonders.

    LG, Katarina 🙂

    1. catbooks sagt:

      Hahaha. Ich wollte am Anfang eigentlich immer meine Rezension so schreiben. Aber das ist einfach viel zu viel Arbeit. Ich kann es einfach nicht leisten jeden Tag meinen Leseeindruck zu schreiben. Schade eigentlich, denn es wäre mich Sicherheit weitaus abwechslungsreicher. 😉
      Nein leider nicht. 😦 Habe noch „Veronika beschließt zu sterben“ zu Hause, aber konnte es nicht zu Ende lesen.
      Hast du denn schon Bücher von ihm gelesen?

      1. Bücherphilosophin sagt:

        Ich hab bisher „Der Alchimist“ gelesen, was ich nur empfehlen kann. Ein ganz tolles Buch und ich glaub auch sein bekanntestes. Und wie Du „Veronika beschließt zu sterben“, das mir auch gut gefallen hat. Woran lag’s denn, dass Du es nicht beendet hast?

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