Catbooks & Traveljournal

[Rezension] Totenbraut von Nina Blazon

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Nach einer guten Woche habe ich mein erstes Werk von Nina Blazon durch. Für die Bereitstellung des Rezensionsexemlars möchte ich mich bei dem Ravensburger Verlag bedanken!

Inhalt:

Serbien im 18. Jahrhundert: Die vierzehnjährige Jasna wird von ihrem Vater an den reisenden Pferdezüchter Jovan Vucovic verkauft, der einen Gutshof an der Grenze zum Osmanischen Reich besitzt. Dort soll sie seinen Sohn Danilo heiraten und ihm einen Erben schenken. Doch nach der hastig abgehaltenen Hochzeit merkt Jasna schnell, dass mit ihrem Ehemann und dessen Familie etwas nicht stimmt. Zum einen verweigert Danilo sich ihr und spricht nicht mit ihr, schon gar nicht über den geheimnisvollen Tod seiner Mutter. Zum anderen ist die Familie aus dem Dorf verbannt: Sie darf nicht am Gottesdienst teilhaben und es gibt viele widersprüchliche und schaurige Gerüchte; sogar von einem Fluch und Vampir ist die Rede. In ihrer großen Angst und Verzweiflung gibt Jasna nur der junge Holzfäller Dusan Halt und sie verliebt sich in ihn. Während sich die mysteriösen Vorkommnisse häufen – seltsame Todesfälle, gerissene Schafe und blutige Male an Pferdehälsen – und die Dorfbewohner immer hysterischer werden, kommt Jasna langsam den dunklen Geheimnissen ihrer neuen Familie auf die Spur.

Erster Satz:

„Der Fremde klopfte mitten in der Nacht an unsere Tür.“

Meinung:

Nach den ersten 20/ 30 Seiten hatte ich das Gefühl, dass dieses Buch und das ganze Thema, wie es aufgezogen ist, nichts für mich ist. Doch so schnell wollte ich dieses Buch doch nicht aufgeben und ihm noch eine Chance geben! Ich bin sehr froh, dass ich mich überwunden habe das Buch weiterzulesen! Das Thema Vampirismus wurde mal von einer anderen Seite aufgezogen, in diesem Fall waren eher die Mystiken, Vorurteile und Flüche im Vordergrund, wie ein Vampir entsteht, wie er entdeckt und vernicht werden kann. Auch war es schon mal schön etwas über einen Vampir zu lesen, der sich nicht in einen Menschen verliebt, wie in vielen Romanen, die man seit der Bis(s)-Triologie liest. Ich fand es daher umso interessanter diese Seite der Menschen kennenzulernen, die an der Seite von „Vampiren“ leben. Denn all diese Gedanken können wir in unserer modernen Welt gar nicht verstehen, wir sehen Vampire als Helden und nicht als die Bösen an, die der Menschheit nur schlechtes wollen.

Doch trotz der guten historischen Seite muss ich auch einiges negatives anmerken, was mir nicht so gut gefallen hat. Mit dem Schreibstil von Nina Blazon hatte ich anfänglich meine Probleme und bin sehr schwer in die Gänge gekommen, doch nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, empfand ich den Schreibstil als sehr flüssig und das Buch hat sich zügig gelesen. Doch mir fehlte das persönliche in der Geschichte. Jasna, ihre Emotionen und Gefühle, wurde sehr distanziert beschrieben, dass der Leser nicht die Möglichkeit hatte sich in ihre Figur hineinzuversetzen.  Mir kamen manche Verhaltensweisen von Jasna eher nervig vor. Was wohl mit dem ganzen Aberglauben über den Vampirismus zu tun hat, der natürlich interessant war, aber mir jedoch viel zu viel wiederholt wurde!

Jasnas Liebe zu dem Holzfäller Dusan ist das einzige was ansatzweise liebevoll beschrieben wird, alle anderen Szenen wirken auf mich düster und abschreckend, was jedoch auch passend zu der Zeit ist. Dusan ist ein tapferer Mann, der für die Liebe und das Überleben alles erdenkliche macht. Doch auch er gibt nicht alle seine Geheimnisse preis, genauso wie Jasnas neue Familie. Erst nach und nach erfährt sie was die Vorfälle im Dorf für Hintergründe haben und wer der Mann ist, in den sie sich verliebt hat.

Das die Geheimnisse alle erst nach und nach aufgedeckt werden und immer wieder eine neue Überraschung bereit steht, obwohl man das Gefühl hat das Ende bereits zu kennen, ist das tolle und auch das spannende an dieser Geschichte. Es wird nicht langweilig und der Spannungsbogen bricht dadurch nicht ab!

Fazit:

Auch wenn mir die Dunkelheit der Geschichte nicht 100%ig gefallen hat, so war sie dennoch passend, die Figuren wurden gut beschrieben, auch wenn mir die Gefühle fehlten und der Spannungsbogen brach nie ab! Auch wenn einige harte Kritikpunkte dabei waren, tut das dem Inhalt des Buches keinen Abbruch! Ich würde niemanden davon abraten das Buch nicht zu lesen. Denn ich denke, dass Nina Blazon ein etwas anderer guter historischer Roman gelungen ist, der sich dem dem Aberglauben der Menschen im 18. Jahrhundert beschäftigt!

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 4/5

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