[Rezension] Allerliebste Schwester von Wiebke Lorenz

Dieses kleine, dünne Büchlein habe ich heute auch schon wieder ausgelesen! Ich muss zugeben, dass es mich schon während der ersten Seiten sehr zum nachdenken gebracht hat und daher konnte ich es gar nicht mehr loslassen…

Vielen Dank an den Blessing-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Inhalt:

Drei Jahre ist es her, dass Eva ihre Zwillingsschwester verlor, unter Umständen, die nie ganz aufgeklärt worden sind. Danach nahm Evas Leben eine von vielen als ungeheuerlich empfundene Wendung: Sie heiratete den Witwer, den Ehemann der verstorbenen Marlene. Allmählich haben sich die Menschen in ihrer Umgebung an dieses Arrangement gewöhnt. Doch ihr selbst kommt es wie ein Frevel vor, und als sie eine Totgeburt erleidet, empfindet sie diese als Strafe dafür.
Während ihr Mann diese Tragödie als bloßes Malheur behandelt, wird Eva davon aus der Bahn geworfen. Sie flüchtet sich in Erinnerungen an die vermeintlich glückliche Kindheit mit ihrer Zwillingsschwester. Immer öfter erscheint ihr Marlene in verstörend realen Tagträumen und sagt ihr, was sie zu tun oder zu lassen habe. Eva droht allen Halt zu verlieren, bis eines Tages in der Buchhandlung, wo sie als Aushilfe arbeitet, ein Mann auftaucht, der ihre Schwester gekannt hat. Auf sonderbare Weise fühlt sie sich zu diesem Unbekannten hingezogen und glaubt, dass er ihr helfen kann, das Rätsel um Marlenes Tod zu lösen.

Erster Satz:

„So wird ihr Leben also nun sein.“

Meinung:

Wiebke Lorenz schafft es in kurzer Zeit, also nur 230 Seiten, ein Psychogramm von Eva darzustellen, dass auf mich gut recherchiert und damit auch gut nachvollziehbar wirkte.
Das Buch ist durch die vielen Schicksalsschläge sehr düster und wirkt auf den Leser sehr bedrückend.
Durch diese Schreibweise war ich wirklich in einem Art Bann gezogen worden und wollte unbedingt wissen, wie dieses Buch weitergeht, wie sich Eva weiterentwickelt, wie sich ihr Krankheitsbild verändert und was es  mit diesem Geheimnis aufsich hat, dass auf dem Klappentext schon angekündigt wird.
Dieses Buch erzeugt viel Emotionalität, dass durch die Hintergrundgeschichte von Eva und ihrer Schwester Marlene noch unterstützt wird!

Doch trotz des interessanten Themas, dass mich so in seinen Bann zieht, ist dieses Buch trotzdem nicht spannend geschrieben, sondern eher sehr flach. Habe das Gefühl, dass die Tatsachen einfach aneinander gereiht wurden.
Für mich doch sehr überraschend, dass Wiebke Lorenz so schreibt, da ich aus ihren anderen Bücher, die sie zusammen mit ihrer Schwester Frauke Scheunemann schreibt, alias Anne Hertz, was komplett anderes gewöhnt bin.
Ich war doch sehr verdutzt, dass ich eine solche Schreibweise vorgefunden habe!
Das Ende des Buches war doch ziemlich trostlos und wirkte sehr angeklatscht, was mich ziemlich sehr traurig gemacht hat!

Das Cover empfinde ich sehr gelungen! Der halbe Apfel zeigt für mich die zurückgebliebene Schwester, die durch den Verlust der Schwester blutet! Doch auch zeigt es, dass die Krankheit Eva spaltet, dass sie nicht mehr ganz sie selbst ist, da sie die Schicksalsschläge wirklich verkraftet!

Fazit:

Für mich ein sehr gelungendes Psychogramm mit einer sehr sympathischen und sehr gut dargestellten Protagonistin, die den Leser durch ihre Geschichte in den Bann zieht.
„Allerliebste Schwester“ hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und zeigt mir, dass man mit Krankheiten sehr vorsichtig umgehen muss!
Es ist ein interessantes Buch, was man lesen kann, jedoch nicht muss, da es doch teilweise vorhersehbar ist und kaum Spannung vorhanden ist.

Wertung: 3,5/5 Sternen

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 3,5/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 3/5

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Kerstin sagt:

    Endlich mal jemand, dem meine Meinung ähnelt 🙂 Das Buch wurde so hochgelobt, dass ich mir darunter mehr versprochen hatte. War nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Tolle Rezi!

    1. catbooks sagt:

      Naja, ich war schon sehr in einem Zwiespalt bei diesem Buch! War teilweise wirklich gut, aber wo war die Spannung? Dachte bei einem Psychodrama ist da n bisschen mehr…
      Schade, hatte mir wirklich mehr vorgestellt!!! 😦

  2. Kerstin sagt:

    Genau das Gleiche habe ich mir auch gedacht und der Schluss war auch nicht gerade berauschend. Aber nun genug darauf rumgehackt 😉

    1. catbooks sagt:

      Genau! War ja trotzdem ein schönes, gleichzeit auch erschütterndes Buch! 😉

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