[Rezension] Black Out von Andreas Eschbach

Ich bin ja immer wieder erschrocken, wie viel Macht und Einfluss die Technik auf unser Leben hat… genau deswegen, habe ich zu diesem Buch gegriffen und habe mich überraschen lassen, was Herr Eschbach zu diesem Thema in seinem neusten Buch zu sagen hat.

Vielen Dank an den Arena Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Inhalt:

Christopher ist auf der Flucht. Gemeinsam mit der gleichaltrigen Serenity ist er unterwegs in der Wüste Nevadas. Irgendwo dort draußen muss Serenitys Vater leben, der Visionär und Vordenker Jeremiah Jones, der sämtlicher Technik abgeschworen hat, nachdem er erkennen musste, welche Gefahren die weltweite Vernetzung mit sich bringen kann. Doch eine Flucht vor der Technik – ist das heute überhaupt möglich? Serenity ahnt bald, auf was und vor allem auf wen sie sich eingelassen hat. Denn der schwer durchschaubare Christopher ist nicht irgendjemand. Christopher hat einst den berühmtesten Hack der Geschichte getätigt. Und nun ist er im Besitz eines Geheimnisses, das dramatischer nicht sein könnte: Die Tage der Menschheit, wie wir sie kennen, sind gezählt.

Erster Satz:

„Alles sah tot und verlassen aus, so weit das Auge reichte, und auch die Tankstelle, an der sie angehalten hatten, wirkte, als hätte man sie vor langer Zeit aufgegeben.“

Meinung:

Ich bin immer noch hin- und her gerissen wie ich dieses Buch überhaupt finden soll… Ich bin ziemlich sprachlos… Gut, mittelmäßig?
Der Einstieg in den Roman ist wirklich gut, man wird in die Geschichte von Serenity, Kyle und Christopher reingeschmissen, so das das Spannungsgefühl ist sofort vorhanden und man hibbelig ist wohin die Fahrt geht. Man hat das  anfängliche Gefühl sich in einem Roadmovie/-buch zu befinden.
Immer wieder gibt es einen Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, die von Christopher oder Serenity erzählt wird. Der ständige Wechsel kann spannungsaufbauend sein, jedoch war es bei mir leider immer wieder spannungshemmend. Ich hatte jedes Mal das Gefühl aus der Geschichte, an die ich mich gerade so schön gewöhnt hatte, rausgerissen zu werden. Daher musste ich mich immer wieder umstellen. Und da der Wechsel relativ häufig geschehen ist, war ich davon leider nicht wirklich begeistert und das Spannungsgefühl konnte sich bei mir leider nicht einstellen.
Auch wenn meine Kritik recht negativ klingt, gab es trotzdem viele spannende Momente! Denn ich musste mich ja nur an die Übergänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewöhnen. 😉
Denn gerade die Vergangenheit, die beide immer erzählen, ist unglaublich spannend und manche Fakten hält man für komplett unmöglich, doch es geschehen.
Auch die Technik, die in der Vergangenheit entwickelt wurde und in der Gegenwart immer mehr ausgebaut wird, lässt dem Leser den Atem verschlagen. Denn diese Entwicklung sollte den Menschen, die erblindet sind helfen und nicht den Menschen, die gesund sind schaden. Doch leider gibt es immer wieder Menschen, die solch eine Chance ausnutzen und versuchen die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Christopher ist „Computer Kidd“, der berühmteste „Jung-Hacker“ der Geschichte, der schon mit 8 Jahren mit den genialsten Hackern mithalten konnte! Gegenüber anderen wirkt er sehr geheimnisvoll und unnahbar, doch in Wirklichkeit versucht er nur so wenig von sich Preis zu geben, weil er Angst hat wie die Menschen um ihn herum in Gefahr zu bringen. Daher sind seine Taten so undurchsichtig und man kann sie leider gar nicht deuten. Denn auch bis zum Schluss bleiben seine Entscheidungen geheimnisvoll und werden erst dann verständlicher, wenn die Tat schon vollbracht ist.
Alle Charaktere lernt man erst nach und nach kennen, nie gibt eine Figur alles von sich Preis, dass sie immer etwas geheimnisvolles an sich haben, was sie sehr interessant macht. Das macht jeden einzelnen, vor allem Christopher und Serenity, sehr sympathisch. Beide wirken, was ich sehr gut finde, trotz ihrer großen Verantwortung immer noch etwas kindlich in ihrer Art. Gott sei Dank wird ihnen dieser wichtige Teil nicht genommen.
Durch die wechselnden Erzählperspektiven bekommt man viel über die beiden mit, kann ihre Gefühle nachvollziehen und man kann versuchen Christopher zu verstehen, was mir relativ schwer gefallen ist.

„Black Out“ ist ein sehr kritisches Buch, dass sich mit dem modernen Fortschritt auseinandersetzt. Ich finde es immer wieder beeindruckend auf welche Ideen Menschen kommen. Die Technik kann auf der einen Seite unser Leben bereichern, doch auf der anderen Seite unser Leben auch zerstören. „Black Out“ versucht beide Seiten miteinander zu verknüpfen und zeigt die Vor- und Nachteile auf und welche Folgen das ganze für einen persönlich haben kann.
Dieser Teil ist Andreas Eschbach wunderbar gelungen! Ich war total fasziniert von der Tatsache des Programmierens bis hin zu Chips im Kopf, die Bilden helfen soll wieder sehen zu können. Wirklich sehr gut gemacht!

Fazit:

Andreas Eschbach ist mit seinem Buch „Black Out“ ein wunderbares, kritisches Jugendbuch gelungen, dass die Menschen vor der Verwendung von zu viel Technik warnen möchte, denn nicht jede Technik ist gut. Sie kann auch falsch angewandt werden und damit großen Schaden anrichten! Auch wenn ich einige Probleme hatte, freue ich mich trotzdem auf Teil 2, denn gerade durch das offene Ende, möchte ich wissen wie es mit Christopher und den anderen weiter geht.

Wertung: 

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 4,5/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Bettina sagt:

    Deine Rezension ist interessant, aber das ist kein Buch für mich.

    1. catbooks sagt:

      Ja, ist schon sehr speziell!! Man muss schon Interesse für das Thema haben, sonst ist es wirklich Zeitverschwendung!

  2. Marcus sagt:

    Habs vorgestern fertig gelesen, kann dir in deine so positiven Bewertung (4,5 Sterne?) nicht zustimmen. Die Idee ist hervorragen Eschbachesk. Er spielt ja schon seit langem mit diesem ‚Technikzeug‘ auf interessante Weise (man siehe dazu nur Der König von Deutschland). Allerdings war mir das Buch streckenweise zu ‚kindlich‘. Ich habe mich in ein Jugendbuch versetzt gefühlt, wie das Marsprojekt vom gleichen Autor im gleichen Verlag. Aber trotzdem ist es ja nicht eindeutig als Jugendbuch ausgegeben.
    Vor allem aber das Ende war mir viel zu kitischig. Ich will keinen Spoiler machen, aber jeder der das Buich gelesen hat wird wissen, was ich damit meine. Alleine der letzte Satz von Christopher ist direkt irgendwelchen Teeniedramen entsprungen. Passt aber, wie ich finde, nicht zum Niveau von Eschbach in seinen restlichen Romanen.
    Ich würde nicht völlig abraten, aber auch nicht zuviel erwarten.
    Meine bescheidene Meinung: 3 Sterne…

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