[Hörbuch-Rezension] Der Gesang der Orcas von Antje Babendererde

Allgemeines:

Titel: Der Gesang der Orcas
Autorin: Antje Babendererde
Sprecherin: Carla Swiderski

Spieldauer: 02 Stunden : 28 Minuten
Fassung: gekürzt
Veröffentlicht: 2010
Verlag: JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH

Vielen Dank an Audible für die Bereitstellung des Download-Hörbuch Rezensionsexemplars!

Inhalt:

Sofie ist tief beeindruckt von den majestätischen Orcas vor der Küste Nordamerikas. Der junge Makah-Indianer Javid fährt mit ihr allein auf das Meer hinaus, um die Wale ganz nah zu sehen. Hier kann Sofie zum ersten Mal die Trauer um ihre Mutter vergessen. Doch dann kommt ein Sturm… Was sie gemeinsam erleben, verbindet die Deutsche und den Indianerjungen, auch wenn sie ganz unterschiedlich aufgewachsen sind. Eine Geschichte von Walen, den uralten Traditionen der Makah-Indianer und der ersten Liebe.

Meinung:

Die Hauptfigur, aus deren Sicht auch gesprochen wird, ist die 15 jährige Sofie. In ihrem jungen Alter muss sie schon einiges durchstehen, denn ihre Mutter ist vor kurzem an Krebs gestorben und lässt damit Sofie allein mit ihrem Vater zurück. Doch Unterstützung und Halt bekommt sie von ihrem Vater nicht, denn ist mit dem Tod seiner Frau und der neuen Situation komplett überfordert. Er lebt seine Trauer auf Kosten des Kindes voll aus und vernachlässigt Sofie.
Als er einen Auftrag bekommt Aufnahmen vom Stammesfest der Makah-Indianer zu machen fragt er Sofie, ob sie ihn nicht begleiten möchte. Sie sieht darin die Chance ihrem Vater endlich wieder näher zu kommen und hat immer noch die Hoffnung, dass ihr Vater endlich wieder der alte wird.
Damit verbringt Sofie die Sommerferien in Nordamerika, in einem kleinen Dorf namens Neah Bay. Dort lernt sie die Einheimischen Makah-Indianer und deren Kultur kennen, die Sofie sofort faszinieren. In dem Motel, in dem sie mit ihrem Vater übernachtet lebt auch der Indianerjunge Javid mit seiner Mutter, die das Motel betreibt. Mit ihm zusammen macht Sofie die Gegend unsicher und lernt das Meer, seine Tiefe und die Orcas kennen, die sich in der Nähe der Küste aufhalten. Es scheint als sei in der Zeit eine unsichtbare Magie zwischen ihnen entstanden, die sie miteinander verbindet…

In diesem (Hör-)Buch wird schnell klar, dass Frau Babendererde ihr Augenmerk nicht nur auf die Liebe gelegt hat, sondern sich auch sehr mit Verlust, Trauer und den verschiedenen Kulturen auseinander gesetzt hat. Mir scheint es, als ob das Meer, die Orcas und die ganze Kultur der Makah-Indianer die Mittel sind, damit Sofie mit dem Verlust ihrer Mutter umgehen kann.
Die Momente mit den Orcas werden sehr naturverbunden und gefühlvoll beschrieben, dass ich auch sehr gerne mit Javid in dem Schlauchboot auf dem Meer gewesen wäre.
Auch die Beziehung zwischen Vater und Tochter kommt nicht zu kurz, denn die Gefühle, die Sofie zu Javed hegt, lassen auch den Vater nicht kalt. Er hat Angst sein kleines Mädchen an den Indianerjungen zu verlieren – er merkt, dass sein Mädchen langsam eine junge Frau wird, die ihren eigenen Weg gehen möchte und ihre eigenen Entscheidungen trifft ohne vorher ihren Vater zu informieren.

 „Der Gesang der Orcas“ ist mein zweites (Hör-)Buch von Antje Babendererde. Ich bin schon mit einer Erwartung an dieses Hörbuch gegangen, die dieses Hörbuch leider nicht erfüllen konnte…
Als ich begonnen habe das Hörbuch zu hören habe ich mich wirklich schon sehr auf die Stimme von Carla Swiderski gefreut, da ich sie ja in Libellensommer schon so überzeugend fand. Die Freude auf ihre Stimme wurde mir auch beim Hören nicht genommen und daher kann ich schon mal sagen, dass die Sprecherin definitiv nicht Schuld ist, dass mir das Hörbuch nach dem ich es beendet habe, nicht mehr so zugesagt hat.
Es lag 1. an der Machart des Hörbuchs und 2. an der Geschichte an sich.
Wenn Javid und Sofie bei den Orcas waren kam öfter eine sehr passende und angenehme Melodie, die zwar die Stimmung sehr gut unterstrichen hat, aber mir bei dem Hörbuch gar nicht gefallen hat, da schon ca. 30 Sekunden ging und mir das Gefühl gab, dass das Buch schon fast vorbei ist. Hätten die Macher des Hörbuches die Melodie leise im Hintergrund beim Sprechen eingespielt, dann hätte ich es besser gefunden und wäre nicht so enttäuscht.
Auch am Ende wird diese Musik noch mal eingespielt, an dieser Stelle wirkte es wirklich wie ein Lückenfüller, damit sie noch die 30 Sekunden bis zur vollen Minute schaffen. Für mich war es sehr unpassend.
Außerdem lag es an der Geschichte, denn für mich blieben am Ende einfach viel zu viele Fragen offen, dass ich mich im Regen stehen gelassen fühlte. Das gab mir unter anderem ein unbefriedigendes Gefühl und die Enttäuschung über dieses (Hör-)Buch ist wirklich groß!
Wirklich sehr schade, dass Frau Babendererde das Ende so gestaltet hat!!!

Fazit:

„Der Gesang der Orcas“ ist wirklich ein wundervolles und gefühlvolles Buch mit tollen Charakteren, das von Carla Swiderski wieder sehr gut gesprochen wurde.
Doch wurde meine Freude zu diesem (Hör-)Buch durch das Ende genommen und ich kann nur noch sagen, dass ich doch ziemlich enttäuscht bin, dass ich als Hörer so zurück gelassen werde, dass ich wirklich total verwirrt bin. Doch hoffe ich, dass dieses Ende nicht durch das Kürzen des Buches für die Hörbuch-Fassung entstanden ist!

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Sprecher: 5/5
Hörspaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 4/5

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