[Hörbuch-Rezension] Libellensommer von Antje Babendererde

Allgemeines:

Titel: Libellensommer
Autorin: Antje Babendererde
Sprecherin: Carla Swiderski

Spieldauer: 03 Stunden : 18 Minuten
Fassung: gekürzt
Veröffentlicht: 2010
Verlag: JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH

Libellensommer ist mein erstes (Hör-)Buch von Antje Babendererde. Ich habe mich vorher mit Absicht nicht mit dem Inhalt dieses Hörbuches beschäftigt, um mich einfach überraschen zu lassen um welches Thema es geht und welche Handlung mich erwartet.
Ich wurde nicht enttäuscht! 😀

Inhalt:

Jodie ist unglücklich – mit ihrer Figur und mit ihren ständig streitenden Eltern. Sie beschließt abzuhauen und zu ihrer Internetbekanntschaft Tim zu trampen. Als Jodie einem zudringlichen Truckfahrer in die Hände fällt, rettet sie Jay, ein Indianerjunge. Jay nimmt sie mit auf eine abenteuerliche Reise in der kanadischen Wildnis. Jodie verbringt drei aufregende Wochen mit Jay, in denen sie ihre erste Liebe erlebt und die indianische Kultur kennen lernt. Doch ihre gemeinsame Zeit ist begrenzt…

Meinung:

Jodie ist 15 Jahre alt und lebt zusammen mit ihrer Schwester und ihren Eltern in einer Sozialwohnung, da ihr Vater seine Arbeit verloren hat und dadurch die Familie nicht mehr genügend Geld hatte. Ihr Vater kommt mit der Situation nicht besonders klar und fängt an zu trinken, was viele Streitigkeiten in der Familie auslöst und die Kinder sehr beunruhigt wie es mit ihren Eltern weitergeht. Jodies Vater verlässt aufgrund der vielen Streitereien die Familie und nun sind die 3 Frauen auf sich allein gestellt. Doch genügend Geld hat die Familie immer noch nicht und Jodies Mutter muss den Laptop ihrer Tochter verkaufen um etwas mehr Geld für die bevorstehende Autoreparatur zu haben.
Da platzt der Knoten und Jodie verlässt die Familie, zu erst zu ihrer besten Freundin, dann geht’s los zu Tim, mit dem sie seit ca. einem Jahr regelmäßigen Kontakt im Internet hat.
Mit wenig Geld will sie zu ihm trampen, was nicht immer reibungslos verläuft. Als sie dann auch noch in Not gerät trifft sie einen Indianerjungen, Jay, der ihr hilft und sie in Sicherheit bringt. Obwohl Jay sich nicht sonderlich um sie kümmert und ihr die kalte Schulter zeigt, stimmt die Chemie zwischen den beiden und schnell wird Jodie klar wie sie zu ihm steht…

Ich habe bei vielen gelesen, dass es nicht Babendererde bestes Buch ist, doch da ich keinerlei Vergleichsmöglichkeiten habe, kann ich nur sagen, dass es mir wirklich sehr gut gefallen hat und ich nicht dachte, dass mir eine Geschichte mit einem Indianer und seinem Stamm gefallen könnte, da seit Winnetou doch einen kleinen Groll gegen diese Art von Geschichten habe.
Doch die Zeiten ändern sich und der Geschmack bekanntlich auch! 😉
Mir haben die Figuren, Jodie und Jay gut gefallen, sie haben sehr miteinander harmoniert und konnten mich mit ihren Gefühlen verschiedenster Art überzeugen. Beide waren mir auf Anhieb sympathisch, wobei Jay mir noch etwas mehr ans Herz gewachsen ist. Jay wurde im Gegensatz zu Jodie facettenreicher dargestellt, er kümmert sich um alle seines Stammes und Jodie, die nicht so schnell von allen akzeptiert wird, er macht sich um vieles Sorgen, wie z.B. um seinen kranken Bruder und die Abholzung der Wälder.
Jodie interessiert sich zwar auch für diese Sachen, doch schwirren ihre Gedanken eigentlich immer nur um Jay und sie – man merkt ihr ihre Verliebtheit wirklich an.

Antje Babendererde versucht auch die Problematik zwischen den Weißen und den Indianer dem Leser nahezubringen, denn auch wenn schon so viele hunderte Jahre vergangen sind, ist dieses Thema immer noch aktuell und beschäftigt die Menschen, in diesem Fall die Indianer, immer noch sehr und die Vorurteile lassen sich nicht einfach abschütteln.

Carla Swiderski hat mir als Sprecherin gut gefallen. Die Stimme hat gut zur Stimmung und dem Thema gepasst, dass ich mich durch sie auch sehr gut in die Geschichte einfühlen konnte.
Ihre Stimme ist sehr ruhig und strahlt etwas naives aus, das zu dem Charakter von Jodie wie die Faust aufs Auge passt. Diese Stimme würde ich auch noch gerne in weiteren Hörbuchern hören wollen!

Fazit:

Libellensommer ist für mich mal eine komplett andere Richtung gewesen, auf die ich mich aber gerne eingelassen habe. Die Idee mit dem Indianer und dem weißen Mädchen ist zwar nichts neues, habe ich aber die Richtung neu für mich entdeckt und ich bin wirklich begeistert.
Libellensommer ist ein sehr gefühlvolles Buch, in dem sehr auf die Natur und die Tiere geachtet wird und dem Leser damit die Gefühle gegenüber den Lebewesen, die nicht Menschen sind, gezeigt werden – wirklich einzigartig!
Ich freue mich schon auf mehrere (Hör-)Bücher von Antje Babendererde.

Wertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Sprecher: 5/5
Hörspaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Libby sagt:

    Klingt ganz interessant. Langsam fang ich an, die Romane von Antje Babendererde doch zu mögen. 😉

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