[Hörbuch-Rezension] Indigosommer von Antje Babendererde

Allgemeines:

Titel: Indigosommer
Autorin: Antje Babendererde
Sprecher: Muriel Baumeister und Philipp Baltus

Spieldauer: 04 Stunden : 23 Minuten
Fassung: gekürzt
Veröffentlicht: 2010
Verlag: JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH

Vielen Dank an Audible für die Bereitstellung des Download-Hörbuch Rezensionsexemplars!

Inhalt:

Ein einsamer Strand, ein grenzenloser Ozean, ein Ort voller Magie und Geheimnisse – die 15-jährige Austauschschülerin Smilla wähnt sich in La Push im Paradies. Alles scheint perfekt, als die Clique im Indianerreservat ihr Surfcamp aufschlägt. Und dann ist da noch Conrad, der stille Indianerjunge, der Smilla fasziniert. Doch warum ist er der Clique gegenüber so feindselig? Was verbergen die anderen vor ihr? Eine schicksalhafte Begegnung bringt Smilla und Conrad einander näher und nach und nach enthüllt das Mädchen, was letzten Sommer an diesem Strand geschehen ist. Mutig kämpft sie gegen Vorurteile, für die Wahrheit und ihre Liebe zu Conrad.

Meinung:

Und wieder habe ich ein Buch von Antje Babendererde gehört. Komisch, wenn ich ein Buch von einem Autor höre, habe ich immer sofort das Bedürfnis, dass das nächste wieder eins von ihm/ihr sein muss. Komisch, oder?
Jedenfalls habe ich so auch eine gute Grundlage zum Vergleichen der Bücher! 😉
Daher habe ich mich für „Indigosommer“ entschieden, denn schon das Cover hatte mich auf der Messe in Frankfurt sehr angesprochen.
Beim Hören habe ich mich über den Inhalt des Buches doch sehr gewundert. Babendererde entführt uns in das Indiander-Reservat La Push. Ihr lest richtig! Genau dieses La Push, dass wir alle auch Twilight kennen und irgendwie auch lieben gelernt haben. Ich hatte die ganze Zeit diese Szenen aus dem Film im Kopf, was ich teilweise ganz schön fand, da ich doch eine genaue Vorstellung hatte, andererseits fühlte es sich so nachgemacht an. Aber nachgemacht war es auf keinen Fall!! Es wurde lediglich nur die Ortschaft  für ihre neue Handlung verwendet, die wie die Faust aufs Auge zu Babendererde passt – Indianer sind halt ihre Spezialität. 😀
Smilla ist 15 Jahre alt und ist als Austauschschülerin in die USA gekommen. Ihre Gastfamilie kennt sie schon sehr lange, da diese damals eine Weile in Berlin, Smillas Heimat, gelebt haben. Ihre Gastgeschwister möchten zusammen mit ihren Freunden einen Surfausflug für 3 Wochen nach La Push machen. Sie hofft dort endlich Anschluss an die Clique zu finden. Doch nach und nach merkt sie, dass alle anders sind als sie. Daher macht sie sich allein auf den Weg um La Push und die Quileute kennen zu lernen, die sie so faszinieren. Als sie dann auch allein mit ihrem Anfängersurfbrett auf das Meer traut wird ihr das fast zum Verhängnis… wenn nicht der Quijunge Conrad in der Nähe gewesen wäre.

Smilla ist wirklich eine ganz andere Persönlichkeit als die Mädchen bzw. jungen Frauen in Babendererdes anderen Büchern, die ich vorher gehört habe. Smilla ist nicht schüchtern oder voreingenommen – sie ist sehr neugierig, wissbegierig, aufgeschlossen und total sympathisch! Smilla hört auf ihr Herz und ihr Gefühl, auch wenn sie etwas unsicher ist wie andere Menschen sind, sieht sie grundsätzlich in jedem Menschen das Gute.
So wie Conrad, der Indianerjunge, sich benommen hat, würde ich schon sagen, dass typisch ist für einen „Gebranntmarkten“. Er versucht niemanden fremdes an sich heran zu lassen, möchte die Weißen aus seinem Reservat verbannen, damit er und sein Stamm in Ruhe in La Push leben können. Er ist durch seine Vorfahren und durch den tödlichen Unfall seines Bruders geprägt, sodass er keinem Weißen mehr vertrauen kann.
Doch trotz seiner vielen Vorurteile, finde ich seine Neugier Smilla gegenüber doch sehr niedlich/amüsant und sympathisch. Wirklich wunderbar anzusehen wie sich ein Mensch verändern kann. 😉

Der einzige inhaltliche Minuspunkt ist für mich der selbstverständliche Umgang mit Drogen und Alkohol. Die Clique säuft und raucht jeden Abend, dass sie morgens einen Kater haben. Für mich sollte das nicht zu einem geregelten Abendablauf gehören. Das diese Themen angesprochen werden, finde ich natürlich gut, denn schließlich gehört das auch in unsere Gesellschaft, doch für mich hätte die Ablehnung solcher Dinge mehr in den Vordergrund gerückt werden sollen – schließlich ist „Indigosommer“ ein Jugendbuch.

Mit den Sprechern hatte ich anfangs wirklich sehr große Probleme. Muriel Baumeister hat für mich die ganze Zeit sehr nasal gesprochen, woran ich mich erstmal gewöhnen musste. Als meine Eingewöhnungsphase rum war, war ich von ihrer Sprechleistung wirklich begeistert. Sie hat eine sehr motivierende Stimme, die viel Dynamik ausdrückt und auch sehr gut zu der aufgeschlossenen Smilla passt. Sie hat es geschafft die Gefühle und Stimmungen zu mir als Hörer zu transportieren.
Philipp Baltus hat das leider nicht geschafft. Er liest die Abschnitte, in denen Conrad die Hauptrolle spielt. Philipp Baltus konnte mich mit seiner Leistung gar nicht überzeugen. Er liest sehr monton, man kann kaum verschiedene Betonungen heraushören und ich hatte große Mühe mich auf seinen Part zu konzentrieren. Schade eigentlich, denn seine rauchige und dunkle Stimmfarbe hat gut zu dem Charakter Conrad gepasst.

Fazit:

Wieder hat es Babendererde geschafft den Leser/Hörer in eine Welt zwischen Tradition und Moderne und Vorurteile und Wahrheit  mitzunehmen. Ich fühle mich immer wieder sehr wohl ihren Geschichten zu lauschen und in eine teilweise andere Welt einzutauchen.
Wirklich eine tolle Geschichte, mit leider einer sehr schwachen Leseleistung von Philipp Baltus.

Wertung:

Handlung: 5/5
Charaktere: 4,5/5
Sprecherin: 5/5
Sprecher: 2/5
Hörspaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

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