[Rezension] Imago von Isabel Abedi

Imago konnte mich zwar nicht so begeistern, wie es Lucian getan hat, doch trotzdem ist Isabel Abedi wieder eine wundervolle Geschichte gelungen.

Inhalt:

Wanja weiß nicht, wer ihr Vater ist. Sie weiß nicht einmal, wie er aussieht. Doch dann bekommt sie eines Tages eine Einladung zu der Ausstellung Vaterbilder. Und stößt auf ein Bild, das sie im Innersten berührt. Wenig später passiert etwas Magisches. Wanja wird in das Bild hineingezogen und findet sich in einem Land namens Imago wieder. Dort trifft sie auf den Luftakrobaten Taro. Er scheint so etwas wie der Vater zu sein, den sie sich immer gewünscht hat. Doch Imago ist ein Land voller Rätsel. Warum muss Wanja das Bild jedes Mal beim dritten Schlag eines Gongs verlassen? Und woher kommt der schreckliche schwarze Vogel, der Taro bedroht? Wanja wird das Geheimnis um Imago erst lösen, wenn sie erkennt, was das Bild mit ihrem realen Leben zu tun hat.

Erster Satz:

„Erzähl du mir nicht, wie mein Vater zu sein hat.“

Meinung:

Wanja ist 12 Jahre alt und lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen Häuschen an einem Waldrand. Eigentlich versteht sie sich mit ihrer Mutter und auch mit ihrer Großmutter sehr gut, wenn es nicht diese eine bestimmte Frage gäbe, der die beiden immer ausweichen.
Denn es ist die Frage nach ihrem Vater, die Wanja seit Jahren auf der Zunge brennt, denn sie hat noch nie ein Foto von ihm gesehen oder irgendwelche anderen Informationen herausfinden können, die ihn näher beschreiben.
Als sie dann noch einen großen Streit mit ihrer besten Freundin Britta hat, ist sie am Boden zerstört, da sie behauptet hat, dass ihr Vater sicherlich schon tot ist, da sie ja überhaupt nichts über ihn weiß.
Noch in der selben Nacht liegt Wanja wach und denkt nach während alle 4 Ziffern auf Null, Mitternacht, umspringen und das Radio plötzlich angeht. Es geht ein lauter Gong durch ihr Zimmer und eine sympathische Frauenstimme kündigt die Ausstellung „Vaterbilder“ an, zu der Wanja eingeladen sei.
Nach langem Überlegen beschließt Wanja die Ausstellung zu besuchen und das Geheimnis hinter dieser Ausstellung kennen lernen zu wollen. Doch ist es nicht irgendwie sehr merkwürdig, dass nur sie etwas von dieser Ausstellung gehört hat?
Doch ohne Scheu geht sie hin und trifft dort auch andere Jugendliche, die eine Einladung bekommen haben. Die Aufgabe ist es, sich ein Bild zu suchen, dass einen magisch anzieht, sich auf dieses einzulassen und einfach in das Bild hinein zu steigen. Dort beginnt das Abenteuer für Wanja… in dem Land Imago.

Das Buch liest sich wirklich sehr schnell durch die sehr lockere und leicht zu lesende Sprache, die Isabel Abedi verwendet. Gerade durch die Einfachheit hat es Isabel Abedi mit Imago geschafft ein sehr rührendes und spannendes Buch über das ziemlich schwierige Thema „Vater-Kind-Bindung/Beziehung“ zu schreiben. Sie versucht mit Hilfe der Welt Imago in den Bildern zu zeigen, wie wichtig es ist beide Elternteile zu haben und mit ihnen Kontakt zu halten, falls sich die Eltern doch trennen sollten.
Doch es nicht nur wichtig Kontakt zu haben. Es wird auch unterschieden wie gut dieser Kontakt ist, denn ein Kind braucht Eltern bei denen es sich geborgen und beschützt fühlen kann und nicht welche, wie es im Buch auch gezeigt wird, die ihre Kinder schlagen, weil sie Alkoholiker sind.
Wanja ist auch sehr realistisch dargestellt worden, sodass ich mich in ihre Gefühlslage richtig gut hineinversetzen konnte und ich ihr den Verlust und die Trauer über das Nichtvorhandensein des Vaters wirklich geglaubt habe.
Doch man bekommt auch die alltäglichen Probleme eines 12-jähigen Mädchens mit, dass Ärger mit dem Mathelehrer hat und sich immer sehr anstrengen muss nicht zu spät zur Schule zu kommen! 😉
Diese Aspekte lenken etwas von dem eigentlichen schweren Thema ab und lockern das Buch etwas auf.

Das Ende des Buches kam für mich doch etwas plötzlich. Es haben sich sehr viele Fragen in meinem Kopf gebildet, doch leider wurden nicht alle zum Schluss beantwortet und somit empfinde ich das Buch nicht wirklich als abgeschlossen.
Ich erwarte zwar kein 2. Teil, jedoch hätte ich mich über einen Epilog doch sehr gefreut, der manche Sachen nochmal aufgreift und dem Leser nähe bringt.
Doch kann ich mir auch denken, dass Isabel Abedi es mit Absicht gemacht hat, schließlich lernt man in diesem Buch auch einen wichtigen Satz kennen, der einem sicherlich an dieser Stelle behilflich ist. 😉

Das Cover und der Klappentext hatten mich am Anfang doch etwas in die Irre geführt. Ich habe vorher keine Rezensionen über dieses Buch gelesen und habe irgendwie einen kleinen Jugendthriller erwartet.
Doch trotz der kurzen Verwirrung finde ich im Nachhinein das Cover wirklich sehr schön, schlicht und auch sehr passend zum Inhalt!

Fazit:

„Imago“ ist wirklich ein spannendes und herzergreifendes Jugendbuch, das ich auch mit ruhigen Gewissen Erwachsenen empfehlen kann! Das schönste an diesem Buch ist unter anderem, dass das Ende definitiv nicht vorhersehbar ist und der Überraschungseffekt ist dadurch sehr hoch! 😀 Lest es, ihr werdet es mit Sicherheit genauso schön finden, wie ich es getan habe! 😉

Wertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Stephie sagt:

    Dann werd ich mir das Buch wohl auch bald mal besorgen müssen 😉

  2. Ivi sagt:

    ahhh das hört sich doch toll an. Nachdem ich jetzt auch ein Abedi Fan bin, werde ich mir dieses Buch auf jeden Fall auch noch zulegen 🙂

  3. Steffi88 sagt:

    Ich würd sooo gerne mal was von dieser Autorin lesen .. „Lucian“ steht gaaaanz weit oben auf meiner Wunschliste !! (: und auf dieses Buch hast du mich nun auch neugierig gemacht .g.

    1. catbooks sagt:

      Lucian ist wirklich ein gaaaanz tolles Buch!! Das solltest du wirklich unbedingt lesen!! 😀

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