[Rezension] Mottentanz von Lynn Weingarten

Ein schönes Cover mit einem passenden Klappentext: sehr ansprechend!

Inhalt:

Seit Ellies heißgeliebte, temperamentvolle Schwester Nina vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist, hat Ellie nur noch einen Gedanken: Nina wiederzufinden. Vergeblich – selbst Ellies beste Freundin ist überzeugt: Nina ist nicht mehr am Leben. Da trifft Ellie den attraktiven Sean. Sean will Ellie bei ihrer Suche helfen, hat er doch selbst einen Bruder verloren. Ellie lässt alles stehen und liegen, um mit Sean einen verrückten Roadtrip zu unternehmen, auf den Spuren Ninas. Bald verliebt sich Ellie rettungslos in Sean – doch er verbirgt ein dunkles Geheimnis …

Erster Satz:

„Der Typ, der auf mich zugeht, sieht auf penetrante Art gut aus, als spiele er den attraktiven Mistkerl in einem Fernsehfilm darüber, warum betrunken Auto fahren schlecht ist oder es sich nicht lohnt, beim Eignungstest fürs College zu schummeln.“

Meinung:

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich mir nicht sicher, ob dieses Buch wirklich Thrillerpotential hat, schließlich wirkt das Cover auch definitiv eher wie ein romantisches und nachdenkliches Buch. Doch es kommt ganz anders als man denkt!
Ellie, die Protagonistin, ist auf der Suche nach ihrer Schwester Nina, die aus unerklärlichen Gründen 2 Jahre zuvor verschwunden ist. Nachdem sie schon viele Mal sich auf die Suche begeben hat und nie etwas herausgefunden hat, macht sie sich jetzt noch ein letztes Mal auf die Suche nach der Schwester, die sie über alles liebt und immer bewundert hat. Auf ihrer Suche trifft sie Sean, der ein ähnliches Schicksal widerfahren ist. Sie fühlt sich bei ihm sofort beborgen und verstanden, dass sie sich gemeinsam auf die Suche nach Nina machen. Doch was auf dieser Suche zu Tage kommt, hätte ich niemals gedacht…
Ellie ist für mich eine sehr angenehme und sympathische Hauptfigur, die ihre Gedanken in Form der Ich-Perspektive dem Leser nahe bringt. Man nimmt ihr auch von Anfang an ab, dass sie ihre große Schwester vermisst und durch ihre Art und die Wortwahl wie sie das Fehlen der Schwester beschreibt, kann ich ihr Leiden auch wirklich nachempfinden, obwohl ich keine Geschwister habe und daher eventuell Probleme hätte dieses Gefühl nachzuempfinden.
Ellies Gefühle sind ehrlich gesagt ein einziges Chaos. Es wirkt auf mich wirklich sehr spannend, zu sehen wie sie damit zu Recht kommt, wie sie wichtige von unwichtigen Dingen unterscheidet und im Endeffekt auch die ganze Suche nach Nina meistert.
Die Sprache und der Stil haben mir gut gefallen. Ich konnte das Buch wirklich schnell und fließend lesen, ohne über einige „Holpersteine“ zu stolpern.
Durch ihre Art konnte ich mir die Szene sehr gut in Bildern vorstellen, sodass auch die schaurigen Stellen mir ein komisches, unangenehmes Gefühl bereitet haben! Wenn ich jetzt noch dran denke wird mir immer noch ganz anders!

Dieses Buch hat mich nach dem Lesen sehr zum Nachdenken angeregt, weil ich bestimmte Szenen und Probleme zwar verstanden habe, aber nicht wirklich richtig greifen konnte. Ich frage mich jetzt auch jetzt noch, wie einer der Protagonisten eine solche Persönlichkeit annehmen konnte und sein komplettes Ich eine 180° Wendung gemacht hat. Ich habe den Protagonisten komplett anders eingeschätzt und war wirklich geschockt!

Lynn Weingarten hat wirklich eine gute Mischung aus Thriller, Psycho und Romantik geschaffen, die mich wirklich gefesselt hat!
Schade ist jedoch, dass trotz der tollen Geschichte, mir einige Szenen, Inhalte und Erklärungen gefehlt haben, um das Buch insgesamt rund abzuschließen. Der Abschluss der Suche nach Nina wurde mir etwas zu schnell und inhaltlich zu flach aufgelöst. Ich hätte mir etwas mehr Tiefgang der Gefühle gewünscht.
Beziehung der beiden Schwestern vor dem Verschwinden macht auf mich auch keinen so harmonischen und innigen Eindruck, wie Ellie es immer wieder betont. Denn die Liebe und Leidenschaft, die Ellie sehr stark für ihre Schwester empfindet ist sehr einseitig. Nina wirkt auf mich sehr sprunghaft und an allem sehr interessiert, sodass das Interesse an ihrer Schwester nur bedingt vorhanden ist und kein so großes Ausmaß nimmt wie bei Ellie.
Auch sehr merkwürdig ist das Verhalten der Mutter, welches man gar nicht nachvollziehen kann – eigentlich würde doch jede Mutter ihr verschollenes Kind suchen, oder nicht? Schade, dass auf dieses Verhalten nicht näher eingegangen wurde, um es besser verstehen zu können!

Ich habe ja schon angemerkt, dass ich das Cover wirklich sehr schön finde. Doch die Zeichnungen, die ab und zu im Buch auftauchen (und natürlich auch eine Bedeutung haben), sind für mich noch ein kleine Highlight, sie sind wirklich gut gemacht und peppen das Buch noch mal richtig auf! 😉

Fazit:

 „Mottentanz“ ist ein wirklich fesselnder Jugendthriller, in dem die Mischung aus Psycho und Romantik wirklich gut gefunden wurde. Ein Buch mit viel Gefühl und eine Portion Gänsehaut! Ein wirklich ein guter Jugendthriller!

Hinweis:

Dieses Buch wird voraussichtlich am 14.März 2011 erscheinen.

Wertung: 4/5 Sternen

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sarah sagt:

    Schöne Rezension! 🙂 Das, was du kritisierst, ist mir allerdings auch aufgefallen. Gerad warum die Mutter nicht nach ihrer Tochter sucht oder vielleicht sogar die Polizei einschaltet, konnte ich nicht ganz nachvollziehen.
    Ich stimm dir mal vollkommen zu – ansonsten ein schöner Thriller, der durch die Zeichnungen noch einmal etwas Besonderes hat.

  2. Libby sagt:

    Gute Rezension 🙂
    Das Buch wollte ich schon lange mal lesen, bin aber nie dazu gekommen. 😉
    Steht der Titel eigentlich in irgendeinem Bezug zum Inhalt?

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