[Rezension] Totenmädchen von Mary Hooper

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Als ich das Cover und den Klappentext das erste Mal gesehen/gelesen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen muss!!! 😀

Vielen Dank an den cbj Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Inhalt:

Oxford, im Jahre 1650: Namhafte Mediziner und junge Studenten versammeln sich im Haus des Apothekers Clarke, um der Sezierung einer Leiche beizuwohnen. Die Tote ist die sechzehnjährige Anne Green, die wegen Kindstötung zum Tod am Strang verurteilt und gehängt worden ist. In Wahrheit wurde Anne Green vom Neffen ihres Dienstherren verführt und dann sitzengelassen – doch die Wahrheit hatte vor Gericht niemand hören wollen. Stunden nach Annes Tod ist der junge Student Robert der erste, der es wahrnimmt: Anne Greens Augenlider flattern. Sollte das Mädchen, das noch auf dem Schafott seine Unschuld beteuert hatte, den Strang überlebt haben?

Erster Satz:

„Als ich aufwache, ist es sehr dunkel.“

Meinung:

Ich habe vor einigen Jahren das mein erstes Buch von Mary Hooper gelesen „Die Schwester der Zuckermacherin“ und war von dem Schreibstil damals schon überzeugt. Habe leider jedoch nicht die anderen Bücher gelesen – warum? Weiß ich auch nicht! Aber ich konnte an dem neuen Buch von Mary Hooper einfach nicht vorbei gehen!
Natürlich musste ich auch wissen, wie es meiner Namensvetterin so ergeht! 😉

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil wird aus zwei verschiedenen Sichtweisen erzählt. Einmal aus der Sicht von Anne Green, ein Hausmädchen, und dem jungen Robert Matthew.  Anne Green erzählt sehr detailgetreu und voller Gefühl wie es dazu kommen konnte,dass sie an den Galgen musste. Man merkt sofort in welcher brenzligen Situation sich Anne befunden haben muss und das sie darunter sehr gelitten haben muss. In einigen Stellen merkt man, dass Anne eine sehr unsichere und teilweise unreifes junge Frau ist, weil sie noch nicht wirklich weiß aus welchen Handlungen welche Folgen entstehen können.
Doch nicht nur die Geschichte an sich, sondern auch die Ungewissheit von wo aus Anne die Geschichte erzählt. Das macht die ersten ca. 40/50 Seiten extrem spannend und man zittert mit Anne mit!
Zwischen diesen überaus interessanten Szenen mit Anne machen die Szenen mit Robert einen Cut und neutralisieren die emotionalen Szenen. Robert ist ein junger Mann, der Anne auf den ersten Blick am Galgen sofort ins Herz geschlossen hat und sie am lieben vor Ort von diesem Schicksal befreit hätte.
Robert ist Medizinstudent und sein größtes Problem ist das sprechen. Robert stottert und wird dadurch von vielen Mitstudenten und Menschen um sich herum kaum ernst genommen. Er ist auch neben anderen Studenten live mit dabei als Anne auf den Tisch gelegt wird, um sie auseinander zu nehmen, damit die Studenten den menschlichen Körper näher kennenlernen.
Bei dem Umgang mit der Leiche, der Sprache und auch an vielen anderen kleinen Szenen merkt man sofort das man sich in der Vergangenheit, genauer gesagt im Jahr 1650 in Oxford. Ich liebe Romane, die im alten England spielen. Ich fühle mich sofort heimisch. Komisch, oder? Denn gerade in dieser Zeit finden schrecklichen Dinge statt, bei denen man sich eigentlich wohl fühlt. Doch Mary Hooper schafft es eine wunderschöne und trotzdem harmonische Atmosphäre zu schaffen. Mary Hooper lässt auch immer wieder reale Hintergrundinformationen einfließen, was neben der Tatsache das es ein historischer Roman ist, aber auch das es auf einer wahren Begebenheit basiert, sehr wichtig ist.

Auch wenn das Ende etwas vorhersehbar ist, so bin ich mit dem Ende trotzdem sehr zufrieden, denn eigentlich habe ich nichts anderes erwartet. 😉 Mary Hooper hat es geschafft das Buch mit anderen Mitteln wie das Streben nach Mut und Liebe spannend zu gestalten. Leider kam mir das Ende trotzdem zu schnell. Ich hätte mich gefreut, wenn es weiter mehr ausgebaut worden wäre.

Das Cover finde ich klasse! Geheimnisvoll, mystisch und durch die Farbgebung wirkt es doch leicht historisch. Dieses Mädchen mit den geschlossenen Augen soll Anne Green darstellen. Somit ist für mich der inhaltliche Bezug vollkommen da. 😀 Ich finde es auch wirklich toll, dass in diesem Buch ein Glossar enthalten ist, in dem einige Wörter und Redewendungen erklärt werden, die besonders die jüngeren Leser dieses Buches nicht kennen können.

Fazit:

Mir hat „Totenmädchen“ wirklich sehr gefallen. Es war sehr interessant zu sehen, wie Mary Hooper die Mischung aus klaren Fakten und Fantasie schafft. Und dieses Werk ist ihr wirklich sehr gut gelungen! Jedoch sollte man sich von dem Titel, Cover und Klappentext nicht in die Irre führen lassen, denn es handelt sich hierbei definitiv nicht um einen Thriller.
Die Geschichte von Anne Green ist einfach nur unglaublich!! 😀

Wertung: 

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 4/5

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sandy sagt:

    Eine wundervolle Rezension! Schön, dass es dir auch gefallen hat. Mir gefiel auch die Verknüpfung von Fiktion und wahre Begebenheit.

    Herzliche Grüße

    1. catbooks sagt:

      Vielen Dank!!! *rotwerd*

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