[Rezension] Cinderella undercover von Gabriella Engelmann

Als ich mit dem ersten Märchenbuch von Gabriella Engelmann angefangen habe, konnte ich einfach nicht genug bekommen und daher konnte ich natürlich nicht anders als auch „Cinderella undercover“ zu lesen.😉

Inhalt:

Kurz nachdem Cynthias Mutter gestorben ist, verliebt sich ihr Vater in eine andere Frau, die zwei nervige Töchter im Schlepptau hat. Zu allem Überfluss macht Stiefschwester Felicia dann auch noch Daniel schöne Augen. Ob Cyn den gutaussehenden Kunststudenten mit ihrer neuen Street-Art auf sich aufmerksam machen kann? Das große Kunstfestival ist die Gelegenheit, sich Daniel undercover zu nähern.

Erster Satz:

„Ich stand auf dem verschneiten Rasen und betrachtete den lebensgroßen, silbergrauen schimmernden Engel – eine Galvanoplastik, die das Grab meiner Mutter Katharina schmückte.“

Meinung:

Wer kennt die „richtige“ Geschichte von Cinderella nicht? Haben wir nicht alle dieses Märchen vorgelesen bekommen oder den Film von Walt Disney gesehen? Umso spannender ist es dieses klassische Märchen, dass man sich doch recht gut in der Vergangenheit vorstellen kann, in der heutigen Zeit zu sehen. In einer Zeit, in der vor allem die Technik überhand nimmt. Doch diese Geschichte behält trotz der Moderne weiterhin ihren Zauber und lässt einen von einem Happy-End träumen. Doch so alt dieses Märchen ist, umso faszinierender ist es, wie wahr dieses Aussagen, die damals getroffen wurden, sind. Ich könnte wetten, dass dieses Schicksal sehr, sehr viele Kinder erleiden mussten und sich an dieses Märchen erinnert haben.

Cynthia, kurz Cyn, ist für mich eine wirklich authentische Cinderella. Sie ist genauso wie ich mir eine moderne Cinderella vorgestellt habe: liebevoll, mutig, ehrgeizig und sie weiß, was sie will. Es ist zwar für Cynthia nicht immer einfach ihre Wünsche durch zu setzen, doch dann versucht sie einen anderen Weg um sie doch noch in Erfüllung gehen zu lassen. Sie könnte sehr gut eine Person sein, die sich auch in meinem Freundeskreis befindet.
Man merkt schnell, dass Cynthia sich in ihrer neuen Familie nicht so wirklich wohl fühlt und versucht sich anzupassen und es allen recht zu machen, was nicht immer einfach ist. Auch wenn ich Cynthia in ihrer Situation sehr gut nachvollziehen kann, so muss ich (leider) zugeben, dass ich sowohl die Stiefmutter Stephanie als auch die Stiefschwestern Kristen und Felicia sehr sympathisch finde. Auch wenn viele Menschen sehr schlecht dargestellt werden, so versuche ich immer wieder das Gute im Menschen zu sehen. Ich finde es wirklich sehr gut, dass Gabriella Engelmann diese wichtigen Nebenfiguren so dargestellt hat, dass es noch einige Interpretationsmöglichkeiten gibt, die sie auch in ein positives Licht rücken können.
Doch Cyn muss diese doch schwere und anstrengende Zeit nicht allein durchstehen. Ihre Freundin Pauline, genannt Paule, steht ihr zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung und hilft ihr wo sie nur kann. Ich finde es wirklich sehr, sehr toll, dass ihre Freundschaft so bedingungslos ist. Denn auch die liebe Paule hat es mit der Stiefmutter Stephanie nicht gerade einfach und muss immer wieder einige Zicken einstecken. Die einzige Figur, die mir etwas gegen den Strich gegangen ist, ist Cyns Vater Thomas, der sich im Gegensatz zu Stephanie schon fast wie ein Rabenvater verhalten hat. Bis auf sein Mitbringsel, der Papagei „La Perla“, macht er keine wirklich gute Figur und eher einen schlechten bis fast keinen Eindruck, da er so wenig in den Vordergrund tritt.
Der Papagei „La Perla“ ist für mich das Highlight des Buches. Er hat ein wirklich sehr gutes Gedächtnis und hat sich perfekt das Märchen von „Cinderella“ gemerkt. Er teilt sein Wissen zu den einzelnen Szenen des Märchens immer in den brenzligen Situationen der Realität mit, die damit immer wieder aufgelockert werden und Cyn aus den schwierigen Situationen befreit. La Perla entwickelt sich gerade durch sein freches Schnabelwerk zu einem sehr guten Freund und wichtigen Gefährten von Cynthia.

Der Schreibstil von Gabriella Engelmann ist wie immer, und auch erwartet, einfach super! Ich habe sehr schnell in die Geschichte gefunden und mich direkt in meiner zweiten Leseheimat Hamburg wohl gefühlt. Gerade durch das schon bekannte Personenregister wird der Einstieg sehr erleichtert. Das Cover ist sehr gut gelungen. Durch das lila und den Beinen mit den Chucks wirkt es modern und für Jugendliche ansprechend. Die Kutsche im Hintergrund hat mich sofort an den Walt Disney Film „Cinderella“ erinnert und macht dadurch, neben den Titel des Buches, auf das bekannte und eigentlich altmodische Märchen aufmerksam.

Fazit:

„Cinderella undercover“ ist ein modernes Märchen, das altbekannte Cinderella-Elemente aufgreift und diese in reale Situationen hinein mischt. Ich bin wirklich sehr froh, dass sich Gabriella dieser Herausforderung gestellt hat und sich wirklich großartige moderne Märchen ausdenkt. Ich hoffe, dass es noch eine ganze Weile so weitergehen wird und vielleicht neben noch fehlenden Bekannten wie z.B. „Rotkäppchen“ auch noch Märchen wie „Schneeweißchen und Rosenrot“ und „Das tapfere Schneiderlein“ folgen werden.

Wertung: 

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

Ein Kommentar Add yours

  1. Favola sagt:

    Dieses Buch habe ich auch noch bei mir rumstehen . . . Ich möchte aber beim ersten beginnen . . . . aber wenn ich deine Rezi so lese, freue ich mich doppelt darauf 🙂

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