[Rezension] Wer schön sein will, muss sterben von Michele Jaffe

Die liebe Cleo hat auf diesen Buch mit als erste Aufmerksam gemacht, sodass ich gar nichts anders konnte als es auch zu lesen, denn diese Schwärmerei ging das ganze Telefonat über.😉
Und sie hatte nicht ganz unrecht…😀

Inhalt:

»In der einen Minute gehörst du zu den beliebtesten Mädchen deiner Schule, bist mit dem heißesten Typen der Stadt zusammen und tanzt auf der coolsten Party des Jahres – in der anderen liegst du halbtot in einem dornigen Rosenstrauch. Du wachst auf und kannst dich an nichts erinnern.«
So geht es der 16-jährigen Jane, die nach einem Unfall mit Fahrerflucht im Krankenhaus wach wird. Doch während der zahlreichen Besuche von Familie und Freunden kommt die grausame Erinnerung wieder – Stück für Stück. Jemand wollte sie töten – aber wer?
»Als wir ankamen, war die Party eine pulsierende Masse bunter, tanzender Körper, die sich teilte wie das Meer, als wir sie erreichten. Dabei schienen alle gleichzeitig aufzuatmen, als hätten sie auf uns gewartet. Kate, Langley und ich tanzten uns quer durch den Raum.
Ich erinnere mich genau an diesen Moment: Langley mit ihren hellblonden Haaren, Kate mit ihren honigbraunen und ich mit meinen rabenschwarzen. Ja, wie drei Märchenprinzessinnen. Ich dachte, das wäre mein Leben. Wie in einer Make-up-Werbung. Und es war perfekt.
Nur fünfeinhalb Stunden später werde ich halbtot in einem Rosenstrauch liegen.«

Erster Satz:

„Das Bild ist grausam und dennoch schön.“

Meinung:

Als wir Jane, die 16-jährige Protagonistin, kennenlernen befindet sie sich im Krankenhaus. Wie und warum sie sich dort befindet kann sie sich nicht erklären. Neben dem gegenwärtigen Geschehen gibt es auch immer wieder Rückblenden, die den Tathergang näher beschreiben und Jane, sowie dem Leser, etwas mehr Licht ins Dunkle bringen.
Wir erfahren viel über Janes Leben, ihre wirklich außerordentliche Beliebtheit an ihrer Schule, wie sie ihre Freundinnen kennengelernt hat und wie die Jungs zu ihr stehen. Und natürlich das wichtigste wird gezeigt: Wie der Abend, an dem sie in einem Rosenbusch aufgefunden wurde, ablief!
Die Erinnerungen kehren immer nur Stückchenweise zu ihr zurück und Jane ist sich die ganze Zeit sicher, dass jemand, der sie kennt, ihr den Tod wünscht und alles möglich macht, damit dieser auch passiert.

Ich muss zugeben, dass ich den Hype, von dem die liebe Cleo gesprochen hat, anfangs nicht so wirklich nachvollziehen konnte. Für mich plätscherte das ganze Geschehen einfach nur vor sich hin. Es war zwar super interessant, aber von der Spannung, die ich von einem Psychothriller erwarte, war vorerst nichts zu spüren.
Die Gespräche mit ihrem Psychologen, ihren Eltern und ihren Freunden wirkten sehr authentisch. Keiner glaubte daran, dass jemand Jane, die beliebte und von allen gemochte Jane, umgebracht werden sollte. Auch die Drohanrufe und die merkwürdigen Geschenke machten die Sache nicht besser, denn niemand wollte Glauben schenken und versuchen auf ihre Ängste einzugehen. Als Leser war man daher die ganze Zeit darauf fixiert, herauszufinden, wer Janes heimlicher „Mörder“ sein könnte. Bei den Rückblenden und die gegenwärtigen Ereignissen hat man die ganze Zeit sehr angestrengt gelesen, um auch bloß kein Detail zu verpassen, dass sich vielleicht wie ein letztes Puzzleteil in das gesamte Bild fügt und es komplett macht. Für mich ging es mit der Spannung erst richtig nach der Hälfte des Buches los.
Doch besonders toll war, dass man die ganze Zeit nicht einmal den wahren Täter in Verdacht hatte. Doch wiederum war die Art und Weise, wie der Täter dann aufgedeckt wurde doch etwas holprig und viel zu schnell. Ich hätte mir da noch etwas mehr Krimi gewünscht und ruhig 100 Seiten mehr.😉

Jane war für mich eher eine ziemlich merkwürdige Protagonistin. Sie war die ganze Zeit sehr oberflächlich und naiv. Dank ihrer Art konnte ich mich eher weniger mit ihr identifizieren, was ich sehr schade fand. Sollte man nicht eigentlich gerade mit dem Opfer Mitleid haben und sich ihm Nahe fühlen? Doch trotzdem war sie in ihrem Verhalten bzgl. der Ängste sehr authentisch, was sie dann doch etwas sympathischer gemacht hat.
Schade trotzdem, dass ich mich eher einigen Nebenfiguren um einiges sympathischer fand und dadurch auch mehr verbunden gefühlt habe!

Da so viele von dem flüssigen und einfachen Schreibstil schwärmen muss ich gestehen, dass ich diesen einfach, aber nicht flüssig empfand. Ich habe ab und zu schon einige Probleme gehabt mich nach einer Pause wieder hinein zu finden und mich zu orientieren. Und ich denke gerade dieser Aspekt hat mir etwas die Spannung genommen. Schade!

Die Gestaltung des Buches ist wirklich der Hammer. Jedes Kapitel wurde mit Rosenranken versehen, sodass die Assoziation zu dem Fundort von Jane immer da war. Auch das Cover ist durch die schlichte Rose und dem rotbraunen Hintergrund wirklich toll und passt zu einem Jungend-Psychothriller wirklich sehr gut. Nur schade, dass es leider, für mich, keiner war.

Fazit:

Auch wenn meine Meinung nicht all zu gut klingt, so muss ich sagen, dass es mir komischerweise trotzdem gut gefallen hat. Das Buch war spannend und durch die vielen verschiedenen Charaktere, die für den Täter in Frage gekommen sind, auch sehr interessant. Die Rückblenden und auch Janes Verhalten im Krankenhaus waren durchaus authentisch und überzeugend. Insgesamt ein wirklich gutes Buch, dass jedoch mehr Potential hat.

Wertung: 

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 4/5

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