[Rezension] Wolkenspiele von Gabriella Engelmann

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Wenn ich an den Herbst denke, dass ist meistens die Nordsee auch nicht weit.😉
Ich stelle es mir immer sehr romantisch vor trotz des eisigen Windes, der dort oben im Oktober ist! Daher habe ich mir dieses Buch passend zum Wetter geschnappt!😀

Inhalt:

Die Erkenntnis, dass eine Ehe nicht ewig halten muss, bleibt auch Anna nicht erspart – nach 15 Jahren ist alles aus. Deshalb nimmt sich die 43-Jährige eine Auszeit und reist nach Amrum, wo sie die Biographie einer verstorbenen Schriftstellerin schreiben will. Auf der Fähre begegnet sie dem Fotografen Paul, der sie auf andere Gedanken bringt. Doch die Vergangenheit lässt Anna nicht los, und außerdem ist da noch ihr undurchsichtiger Vermieter, der ein dunkles Geheimnis zu hüten scheint…

Erster Satz:

„Möwen zogen am Horizont laut kreischend ihre Kreise, während Bernd und ich Hand in Hand am Strand entlangliefen.“

Meinung:

Ich habe Gabriella Engelmann erst durch ihre Jugendromane, den Märchen aus dem Arena Verlag, kennen und lieben gelernt. Ich habe mich lange nicht so wirklich an die Insel-Romane rangetraut, da ich das Gefühl hatte vielleicht doch noch etwas zu jung zu sein. Doch nachdem ich nun alle aktuelle Jugendbücher von ihr gelesen habe, habe ich mich doch getraut und bin wirklich froh es auch getan zu haben, denn ich habe mich beim Lesen eindeutig nicht zu jung gefühlt!

Anna ist 43 und seit 15 Jahren verheiratet. Nach dieser langen Zeit merkt sie, dass sich etwas verändert hat und trennt sich von ihrem Mann. Um etwas Abstand zu erhalten fährt sie nach Amrum, um dort nicht nur einfach abzuschalten sondern auch um an einer Biographie zu arbeiten: auf den Spuren der Charlotte Mommsen.
Bei der Recherche begegnen ihr immer wieder neue Menschen, die ihr immer wieder ans Herz  -unteranderem auch der Fotograf Paul, der sie schnell auf andere Gedanken bringt und ihre Probleme vergessen lässt.
Nach und nach erfährt Anna immer mehr über Charlotte Mommsens Leben und kann sich immer besser mit ihr identifizieren, wodurch ihr das Schreiben leichter fällt und kann die Biographie so real und detailgetreu wie möglich schreiben.
Doch umso tiefer es geht merkt Anna was wirklich wichtig im Leben ist und wo sie ihre Prioritäten in Zukunft setzen möchte. Diese Erkenntnis und der Weg dorthin hat Gabriella mit viel Gefühl geschrieben, dass man selbst das Gefühl hatte, dass man sich auf Amrum befindet und sich zusammen mit Anna auf den Weg nach dem Sinn des Lebens macht.
Ich war leider erst einmal auf Amrum und das ist schon 15 Jahre her, aber ich habe mich sofort wieder an die See und das Feeling zurück erinnert! Ich habe die Zeit, trotz des für mich blöden Ferienlagers, damals sehr genossen und konnte Annas Gefühle voll und ganz nachvollziehen am liebsten für immer auf dieser idyllischen Insel zu bleiben!
Anna ist eine liebenswerte Frau, die trotz ihren 43 Jahren jung geblieben ist und immer versucht hat ihre Probleme nicht all zu dich an sich heran zu lassen, sondern sie eher unter den Tisch zu kehren als diese auf diesen zu packen. Diese Eigenschaft ist nicht immer gut, kann aber doch an der einen oder anderen Stelle das Leben vereinfachen.
Anna weiß selbst, dass es dadurch nicht immer einfach ist, doch mit den neuen liebevollen Menschen, erscheint es nach und nach einfacher sich ihrer Außenwelt zu öffnen und auch Gefühle zuzulassen.
Paul, tja, wer ist eigentlich Paul? Das habe ich mich auch eine ganze Weile gefragt, da ich ihn nicht wirklich einschätzen konnte, doch wusste ich durch seine Wirkung auf Anna, dass er der Schlüssel ist, doch was sich hinter dieser Tür verbirgt das war immer ein kleines Rätsel… Doch trotz allem war er mir von Anfang an super sympathisch mit seiner lockeren und fröhlichen Art! Ein liebenswerter Mann.

Mich hat dieses Buch voll und ganz eingenommen: eine tolle Kulisse, die sehr real und liebevoll beschrieben wird, Figuren, die während der Geschichte einen großen Sprung in ihrer Entwicklung machen und einem sehr ans Herz wachsen und Dialoge, die nur so voller Lebensfreude und Wissbegierigkeit strotzen!

Das Cover ist jetzt nicht unbedingt extravagant, aber in der „Plüschausgabe“ doch etwas besonderes! Es ist so, dass alle hellblauen Schnörkel mit hellblauen Plüsch/Samt überzogen sind, dass es ein tolles Gefühl ist dieses Buch beim Lesen in der Hand zu halten.
Im Nachhinein hätte ich mich gefreut, wenn das Buch etwas herbstlicher gestaltet worden wäre, da ich es als super tolles Herbstbuch empfunden habe, aber die Ranken/Schnörkel zeigen mit den Blättern doch einige herbstliche Elemente.
Ein absolutes Highlight in meinem Bücherregal!

Fazit:

Ich bin von dem Buch wirklich begeistert. Gabriella Engelmann hat es geschafft eine sehr angenehme Balance zwischen ernsthaften und teilweise recht schweren Themen und leichten Themen, die sich schnell weglesen zu schaffen, dass man nicht das Gefühl hatte irgendwie erdrückt zu werden, weil es einen so sehr mitnimmt.
Für mich ein super Buch, dass man in den Urlaub an die See mitnehmen sollte, um das Feeling noch besser genießen zu können!

Wertung: 

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

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