[Rezension] Die Worte der weißen Königin von Antonia Michaelis

Nach dem wundervollen, poetischen und gleichzeitig sehr drastischen und dramatischen Märchenerzähler konnte ich dem neuen Buch von Antonia Michaelis einfach nicht widerstehen!!😉

Inhalt:

Niemanden beneidet Lion mehr als die Seeadler, wenn er sie beobachtet, wie sie hoch am Himmel kreisen, so frei und glücklich. Bei ihm zu Hause in dem Dorf an der Ostsee gibt es nicht viel, auf das man neidisch sein könnte. Immer häufiger verwandelt sein Vater sich im Alkoholrausch in den gewalttätigen schwarzen König, der Lion misshandelt. Als er es nicht mehr aushält, flüchtet Lion in den Wald zu den Adlern. Doch das Leben dort ist hart und immer wieder denkt Lion an die weiße Königin, die alte Frau, die ihm einst so wunderbar vorgelesen hat.

Erster Satz:

„Während ich dem Seeadler zusah, sammelte ich alle Kraft in mir, die ich hatte.“

Meinung:

Dieses Buch zu bewerten ist nicht gerade einfach, denn Antonia Michaelis bewegt sich mit diesem Buch auf einem recht schmalen Grad, bei dem es doch recht schwer ist ihn poetisch und weniger grauenhaft und brutal darzustellen.
Beim Lesen dieses Buches ist mir teilweise die Luft weggeblieben, weil ich ausweglose und wirklich tragische Situation von Lion sooo traurig und ergreifend finde.

Lion ist 10 Jahre alt und lebt zusammen mit seinem Vater am Achterwasser. Als er eines Tages in eine Kirche geht sieht er zum ersten Mal die weiße Königin, die dort jedes Wochenende den Kindern Märchen vorliest und sie mit nimmt auf eine Reise voller Abenteuer und wundervollen Figuren. Lion fühlt sich sofort zu ihr hingezogen und ist von ihrer Stimme und ihrer Art Vorzulesen so überwältigt, dass er sie seine Königin nennt und am Boden zerstört ist, als sie plötzlich nicht mehr in der Kirche ist und allen vorliest. Doch so sehr er die weiße Königin mag, so verabscheut er den schwarzen König. Der schwarze König ist das komplette Gegenteil und macht Lion große Angst. Er ist gewalttätig, hat ein riesen Problem mit Alkohol und scheint sich gar nicht bewusst zu sein, wie sein Leben eigentlich laufen sollte und wie er andere Menschen behandelt. Eine Mischung aus beiden lässt Lion von zu Hause abhauen, weg von dem schwarzen König und hin zur lieben und netten weißen Königin.
Doch Lion ist nicht allein: er lernt einen Seeadler und seine Schwester Olin kennen, die ihm immer zur Seite stehen und ihm auf seinem harten und steinigen Weg helfen.

Ich möchte ehrlich gesagt nicht sehr viel vorne wegnehmen, da sonst, meiner Meinung nach, die Wirkung dieser besonderen Geschichte verloren gehen könnte und ich es einfach nur schade finden würde.
Doch so viel kann gesagt werden. Die Geschichte beschäftigt sich ganz intensiv mit Themen, wie Verlust, Trauer, Selbstfindung, Angst, Respekt und die Unabhängigkeit.
Es ist wirklich nicht sehr einfach eine angenehme und nicht zu überladene Mischung aus diesen Themen mit dem Inhalt hin zu bekommen, sodass es dem Leser nicht zu viel wird.

Vom Ende bin ich doch etwas enttäuscht. Ich fand es auch viel zu positiv und es wurde auch viel zu wenig erklärt, warum sich Lion jetzt für dieses Ende seiner eigenen Geschichte entscheidet! Ich habe Angst, dass den Kindern/ Jugendlichen damit vermittelt wird, dass durch viele Versprechungen, Therapien eine brutale Art und ein Alkoholproblem gelöst wird. Man sollte immer noch vorsichtig sein, um nicht wieder in einen solchen Kreislauf zu gelangen und wieder enttäuscht zu werden. Da hätte ich mir noch ein Ende gewünscht, dass mehrere Wege aufweist, dem Leser gezeigt wird und sich dann aus Grund xyz für einen Weg entschieden wird.

Das Cover ist wunderschön, verträumt und wirkt auf die eine oder andere Art sehr geheimnisvoll! Ich habe mich bei dem ersten Blick total verliebt! *supi*
Doch leider glaube ich auch, dass durch das Cover eher die poetische Seite dieses Buches unterstützt wird, als die ernsthaft und eigentlich auch wichtigere Sache, die mit Antonia Michaelis sicherlich mit diesem Buch ausdrücken sollte.
Ich habe ziemlich das Gefühl, dass auch hier dieses wichtige Thema etwas heruntergespielt wird, was definitiv der falsche Weg ist!

Fazit:

Antonia Michaelis hat es geschafft ein sehr ernsthaftes Thema in poetische und sehr gefühlvolle zu packen und sie auch jüngeren Lesern gut rüber zu bringen. Meine einzige Angst ist, dass gerade durch diese wundervolle Sprache diese Themen doch etwas an Wirkung und Wichtigkeit verlieren und zu harmlos wirken.😦
Geben Eltern dieses Buch ihren Kindern zu lesen, sollten sie es 1. selbst lesen und 2. danach mit ihnen darüber sprechen, denn ich kann mir vorstellen, dass die Ernsthaftigkeit nicht ankommt.

Wertung: 

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 4/5

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