[Rezension] Fast genial von Benedict Wells

Ihr kennt Benedict Wells noch nicht?!? Dann wird es wirklich langsam Zeit, dass ihr euch ein Buch von ihm schnappt!😉
„Fast genial“ ist mein zweites von ihm und wird ganz sicher auch nicht das letzte bleiben!

Inhalt:

Die unglaubliche, aber wahre Geschichte über einen mittellosen Jungen aus dem Trailerpark, der eines Tages erfährt, dass sein ihm unbekannter Vater ein Genie ist, und sich auf die Suche nach ihm macht das Abenteuer seines Lebens.

Erster Satz:

“ „Ich werde fliehen!“ „

Meinung:

Benedict Wells ist mit seiner Sprache und seiner Art und Weise die Handlung aufzuziehen für mich (bisher) einmalig. Ich habe selten einen Autor erlebt der so viele verschiedene und teilweise abstruse Gedankengänge zusammen in eine Handlung packt und diese dann eine wundervolle Geschichte verwandelt, die dann nicht doppelt so abstrus wirkt!😉
Die Figuren sind wundervoll! Ich habe mich von dem ersten Augenblick in Francis, auch Frank genannt, verliebt. Er ist eine sehr liebenswerte, chaotische und teilweise sehr schwer einzuschätzende Person.
Francis lebt zusammen mit seiner psychisch-instabilen Mutter Katherine in Claymont, genauer gesagt in einem Trailerpark, der das Leben für Jugendliche nicht gerade sehr einfach macht. Francis ist einer von ihnen und muss sich um alles kümmern: Haushalt, seine kranke Mutter und ihre Geldprobleme. Denn gerade durch die Krankheit und da sie immer alles selbst bezahlen müssen, stecken die beiden immer in finanziellen Schwierigkeiten. Dies ist ein ständiger Kreislauf, aus dem es sehr schwer ist heraus zu kommen. Francis gibt seinem Stiefvater Ryan die Schuld an der ganzen Situation, da seine Mutter erst nach der Trennung am Abgrund steht und zunehmend immer depressiver wird.
In dem Krankenhaus, in dem sich seine Mutter regelmäßig befindet lernt er Anne-May kennen. Beide kommen sich immer näher und der Drang aus diesem Kaff Claymont heraus zu kommen ist immer größer.
Zusammen mit seinem Freund Groover und seiner neuen (nicht festen) Freundin Anne-May macht Frank sich auf die Suche nach seinem leiblichen Vater. Durch einen Brief von seiner Mutter hat er erfahren, dass er durch die Samenbank der Genies entstanden ist. Das große Problem: Der Spender ist geheim!

Neben der tollen Geschichte fand ich es wirklich sehr interessant, dass es die Samenbank der Genies in Amerika wirklich gab. Ein (für mich) ziemlich verrückter Mann wollte um jeden Preis die Intelligenz von z.B. Nobelpreisträgern nicht verfallen lassen. Er wollte diese intelligenten Menschen quasi züchten und das Aussterben dieser „Art“ zu verhindern.
Ich würde diese Idee als krank bezeichnen! Doch viele junge Frauen haben dies als Ausweg aus ihrer sehr misslichen Lage gesehen, ein Ausweg in ein neues besseres Leben. So auch Francis Mutter…
Hier könnt ihr noch mehr über dieses Thema erfahren: Samenbank der Genies.
Doch neben diesem sehr diskutierfähigen Inhalt, geht es auch um einen 17-jährigen Jungen, der versucht ein ganz normales Leben zu führen, das jedoch durch viele hohe Steine nicht so gradlinig verläuft, wie es eigentlich sollte und er es sich vorstellt. Immer wieder kommen unvorhersehbare Situationen, die er zusammen mit seinen Freunden meistern muss, um am Ende zu wissen, wer er eigentlich ist, woher er (väterlicherseits) kommt und welche Chancen ihm im Leben  eigentlich offen stehen.

Dieses Buch hat in mir viele verschiedene Gefühle hervorgerufen, die ich gar nicht so richtig beschreiben kann. Einerseits war es Hass und Verachtung vor dem Erfinder der Samenbank. Ich kann es einfach nicht verstehen, wie man ein Kind in eine solch furchtbare Lage bringen kann ohne seinen Vater aufzuwachsen und dann noch nicht mal die Möglichkeit hat ihn zu einem späteren Zeitpunkt kennen zu lernen, weil all die Informationen geheim bleiben sollen.
Andererseits sind bei mir auch so viele Glücksgefühle entstanden, da ich sehen konnte, wie Frank durch dieses Abenteuer seines Leben reift, älter und erfahrener wird. Er lernt welche Sachen in seinem Leben an ersten Stelle stehen und bei welcher die Priorität eher sehr gering sind.

Beim Lesen merkt man recht schnell, dass der Schreibstil und die Sprache doch recht locker ist. Es wirkt nicht so, dass es in diesem Buch um ein sehr ernstes Thema geht, über das auch noch in 10 Jahre diskutiert werden kann. Ich denke aber, dass das daran liegt, dass der Autor selbst gerade erst Mitte 20 ist und somit die Art noch recht (positiv) flapsig ist.
Doch genau das ist auch u.a. das besondere an seinen Büchern. Er nimmt kein Blatt vor dem Mund und „spricht“ genau das aus, was er denkt, was die Art der sympathisch macht.

Das Cover ist für mich leider nicht so wirklich der Bringer. Es spricht mich kaum an und ist einfach nur typisch Diogenes.😉

Fazit:

Wer nach einer verrückten, spannenden und einzigartigen Geschichte sucht ist hier genau richtig!
Benedict hat mit „Fast genial“ wirklich ein gast geniale Buch hingelegt, dass mir viel, viel Spaß gemacht hat!😀

Wertung: 

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Gestaltung: 3/5
Preis/Leistung: 4/5

2 Kommentare Add yours

  1. Tascha sagt:

    In den letzten Tagen habe ich so viel von Benedict Wells gehört, an allen Ecken wird über ihn und seine Bücher geredet. Wird also Zeit das er mal langsam in mein Buchregal einzieht…

    1. catbooks sagt:

      Oh ja, ich kann es dir auch nur empfehlen!😀

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