[Rezension] Mal Aria von Carmen Stephan

am

Mal Aria wirkte schon auf den ersten Blick außergewöhnlich.😉

Inhalt:

Eine Geschichte über Leben und Tod. Erzählt von einem Moskito.
Am Abend lief Carmen noch um die Wette am Strand – in der Nacht weckt sie ein kalter Schmerz. Es ist der letzte Urlaubstag ihrer Reise durch den Amazonas. Von einem Tag auf den anderen kämpft die junge Frau um ihr Leben. Kein Arzt weiß ihr zu helfen, sieht das Naheliegende. In der scheinbaren Sicherheit eines Krankenhauses geschieht das Unvorstellbare – und nur einer weiß alles: der Moskito, der Carmen gestochen hat und von da an, durch das Blut mit ihr verbunden, zur Stimme der Natur, zum sprachmächtigen Erzähler wird. Immer tiefer verbindet er sich mit Carmen, immer tiefer zieht er den Leser in ihre Geschichte – eine Parabel über die Unkontrollierbarkeit des Lebens, über die großen Fragen des Menschseins.

Erster Satz:

„Stellt euch die einfachen Fragen.“

Meinung:

Ein Buch aus der Sicht eines Moskitos? Klingt im ersten Augenblick ziemlich merkwürdig und auch gleichzeitig erschreckend. Doch dass dieses Buch nicht den Alltag eines Insekts zeigt, wird schnell klar. Dieses Erlebnis ist weitaus tiefgründiger, schon ziemlich gruselig und erschütternd.
Carmen, die eigentlich nur noch schnell mit ihrem Freund eine Woche Urlaub machen möchte und dann von einem Moskito gestochen wird. Ihr Leben verändert sich schlagartig, eine grausame Fahrt bergab beginnt und nimmt den Leser mit in eine Situation, bei der einem Angst und Bange wird.
Sie bekommt alle Symptome, die ein klares Anzeichen für Malaria sind, doch leider auch für zahlreiche andere Krankheiten, die zum dem Zeitpunkt der Erkrankung die Runde machen, wie z.B. das Dengue-Fieber. Die Behandlung bei den verschiedensten Ärzten zieht sich über einen langen Zeitraum, doch ohne Erfolg und Aussicht auf Linderung. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit mit dem einziges Ziel: leben und nicht sterben!

Es ist ist fürchterlich zu sehen, dass die Ärzte sich 1. nicht genügend Zeit zu nehmen um sich mit der Krankheit von Carmen zu beschäftigen und 2. das sie so extrem betriebsblind geworden sind, dass ihnen ihre drastischen Fehler gar nicht mehr auffallen. Als ob es ihnen gar nichts ausmacht, dass Carmen vor Erschöpfung das Bewusstsein verloren hat und wenn nicht schnell jemand die richtige Krankheit diagnostiziert, auch leider sterben wird. Als ich ich diese Situationen gelesen habe, ist mir ganz schlecht geworden, denn diese Umstände gibt es nicht nur in Brasilien, sondern überall auf der Welt. Es ist schockierend, denn wenn du nicht genügend Geld hast, wird dir nicht geholfen…😦

Der kleine Moskito hat auch in diesem Buch einen wichtigen Auftritt, schließlich ist er auch derjenige, der Carmen diese Schmerzen angetan hat! Doch obwohl ich ihn eigentlich „hassen“ sollte, so kann er trotzdem nichts gegen seine Natur machen. Er ist mir im Laufe des Buches  immer sympathischer geworden. Das klingt jetzt zwar komisch, denn eigentlich finde ich Insekten doch ziemlich beängstigend. Es hat mich einfach sehr mitgenommen, dass er für Carmen solch starke Gefühle entwickelt hat und auch mit ihr gelitten hat, dass die Ärzte unfähig sind und ihre Krankheit nicht erkennen. Und er hat keine Möglichkeit gesehen sich gegenüber den Menschen zu äußern und zu zeigen, dass er der Auslöser ist und die einzig wahre Schlussfolgerung ist: es ist Malaria!

Ob es ein Zufall ist, dass sowohl die Protagonistin als auch die Autorin Carmen heißen, mag ich zu bezweifeln, leider geht aus dem Buch nicht hervor, ob es sich in diesem Fall um eine wahre Begebenheit handelt. Ich kann es mir allerdings schon gut vorstellen, da die Beschreibungen des Krankheitsbilds Malaria und der gesamten Situation sehr realitätsnah wirken und ich teilweise das Gefühl hatte selbst im Fieberwahn da zu liegen und die Geschichte recht verschwommen mitzuerleben.

Das Cover ist großartig! Sehr einfach gehalten und mit der einzelnen Rose in der Mitte doch so genial! Warum das Wort Malaria auseinander geschrieben wird, wird erst im Laufe des Buches klar. Das dieser Aspekt allerdings noch einmal mit dem Titel aufgegriffen wird, finde ich super!

Fazit:

Mir das hat das Lesen des Buches viel Spaß gemacht, obwohl es eine sehr bedrückende und traurige Stimmung zum Ausdruck bringt. Carmen Stephan hat eine Geschichte geschaffen, die mich stark zum Nachdenken angeregt hat und das ich auch noch weit danach ein schummriges Gefühl in der Magengegend habe, weil ich es so grausam fand, dass die Protagonistin Carmen den Ärzten so ausgeliefert ist.
„Mal Aria“ ist ein Buch, bei dem das Verhältnis zwischen klaren Fakten über die Krankheit, den Problemen in der Bevölkerung und der fiktiven Geschichte vollkommen stimmt. Ich kann euch dieses Buch ans Herz legen und wünsche euch viel Freude beim Lesen!

Wertung: 

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Gestaltung: 5/5
Preis/Leistung: 4/5

2 Kommentare Add yours

  1. Fabella sagt:

    Deine Rezi hat mich jetzt doch sehr neugierig gemacht. Denn zuerst dachte ich auch .. aus der Sicht eines Moskitos? Ne danke. Gut, dass Du gerade das aufgreifst. Was Du dann schreibst, macht mich neugierig und ich überlege ernsthaft. Einfach, weil es mal was anderes ist. Danke!

    1. catbooks sagt:

      Es ist wirklich gut, auch wenn es vom Thema und der ganzen Art und Weise wie es geschrieben ist, anders ist!😉
      Lass dich einfach überraschen!😀

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