[Kurzrezension] Lieber Mr. Salinger von Joanna Rakoff

Inhalt:

Von ihnen gibt es Hunderte: blitzgescheite junge Frauen, frisch von der Uni und mit dem festen Vorsatz, in der Welt der Bücher Fuß zu fassen. Joanna Rakoff war eine von ihnen. 1996 kommt sie nach New York, um die literarische Szene zu erobern. Doch zunächst landet sie in einer Agentur für Autoren und wird mit einem Büroalltag konfrontiert, der sie in eine längst vergangen geglaubte Zeit katapultiert. Joanna lernt erst das Staunen kennen, dann einen kauzigen Kultautor – und schließlich sich selber.

Meinung:

„Lieber Mr. Salinger“ ist eine Liebeserklärung an die Literatur, an die Autoren und an die Menschen, die im Hintergrund an den Fäden ziehen, damit die Manuskripte einmal zu Büchern werden. 
Joanna Rakoff schildert hier ihre eigene Geschichte und ihren Werdegang in einer Agentur für Autoren, der wahrlich kein Zuckerschlecken ist. Es ist nicht alles Gold, das glänzt und das merkt man auch in dem New York der 90er Jahre. Joanna hat kaum Geld um wirklich zu leben, wohnt in einer „Bruchbude“ mit ihrem Freund, der mir schon die ganze Zeit etwas unsympathisch war und arbeitet jetzt in einer Agentur, die DEN Autoren schlechthin vertritt: J.D. Salinger! Doch als Assistenz darf sie nur Briefe vom Band schreiben oder Leserbriefe an Salinger beantworten. Es scheint alles unter keinem so guten Stern zu stehen…

Die Autorin gibt uns hier einen spannenden Einblick in ein Leben in New York, das sich sehr viele wünschen, aber dank vieler Problematiken gar nicht führen können. Ohne Geld und einen guten Job geht besonders in einen großen Stadt wie NYC nichts… Hinzu kommen auch die Hintergrundinformationen, wie es hinter den Kulissen einen solchen Literaturagentur läuft, auch wenn dies nur ein Beispiel von vielen anderen guten Agenturen ist.
Besonders in den 90er Jahren hat die Digitalisierung einen weiten Sprung nach vorne gemacht, der auch hier deutlich spürbar ist. Alles ist neu und ungewohnt. Die Chefin sträubt sich doch sehr vor dem Einsatz des neumodischen „Zeugs“ und möchte lieber weiter die Briefe mit der Schreibmaschine schreiben und die Recherchen in der Bibliothek durchführen… Doch auch sie merkt schnell welche Vorteile dies für ihre Arbeit mit sich bringt. Auch wenn ich damals erst 7 Jahre alt war, erinnere ich mich auch gerne zurück wie spannend der erste Computer zu Hause war. Zeiten, die heute unvorstellbar sind. Leider!

Genauso wie Joanna, habe auch ich noch nie einen Roman von J.D. Salinger gelesen. Viele lieben ihn, viele aber auch nicht. Doch Dank dieses Romans weiß ich, dass ich unbedingt „Der Fänger im Roggen“ oder „Franny und Zooey“ lesen möchte.
Es war so schön zu sehen, wie Joanna in den Büchern, die sie dann auch endlich gelesen hat, versunken ist. Ein Gefühl, dass ich mit seinen Büchern auch gerne haben möchte. 😉 Innerhalb des einen Jahres merkt man doch deutlich, dass Joanna eine reifere Persönlichkeit geworden ist. Sie hat durch ihre Arbeit, den Büchern und den vielen Kontakt viel dazu gelernt und dabei haben die Fanbriefe von Salinger und seine Bücher selbst einen großen Anteil. 🙂

Ich liebe dieses Buch, unbekannterweise auch jetzt schon die Bücher von Salinger und den schönen poetischen Schreibstil, der mich einfach nicht mehr losgelassen hat. ♥♥

Wertung: 

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Gestaltung: 5/5

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